5 Social-Media-Trends in B2B für 2017

Norbert Diedrich am 6. Dezember 2016

Social Media Trends 2017Sehr geehrte Damen und Herren, unsere Abteilung „Forschung und Gegenwart im Wandel der Jahreszeiten“ hat über Monate hinweg in mühevoller und ironischer Kleinarbeit die wichtigsten wirtschaftlichen Empfehlungen für eine gesicherte und stabile Zukunft Ihres Unternehmens zusammengetragen.

1. B2B Social Media Marketing – ist für viele Unternehmen immer noch ein Trend, der vom Hype kaum zu unterscheiden ist

Na gut, die Internet-Nutzung der Menschen hat 2016 so stark zugenommen wie schon lange nicht mehr, Facebook will und will einfach nicht „sterben“ – im Gegenteil. Aber das alles ist noch lange kein Grund, um seriös über B2B Marketing in Social Media nachzudenken. B2B... – das sind doch ganz andere Menschen?

2. Der Kunde steht im Zentrum des Marketings

Digitale Freaks sprechen auch gerne von der Customer Experience (CX) oder von Kunden-zentrierten Strukturen. Manche behaupten, auch B2B-Marketing sollte strategisch aus Kunden-Perspektive geplant und in der Umsetzung um den Weg des Kunden vom Erstkontakt bis zum Kauf eines Produktes herum angelegt werden. Seit Jahrzehnten wird Marketing um das zu bewerbende Produkt herum gebaut. Das war schon immer so. Wir sehen hier eher einen Hype – ganz besonders in B2B.

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3. B2B-Marketing ist kein Jahrmarkt

Fundierte, relevante und sachorientierte Inhalte sollten in diesem Umfeld so sachlich wie möglich dargeboten werden – mit guten Texten. Bunte Bilder, Videos oder gar interaktive Spielereien wirken stets unseriös und irritieren den B2B-Kunden. Nur, wer sich wieder streng an der nüchternen Überzeugungskraft anständiger Texte orientiert, wird seinem B2B-Kontakt auch das Gefühl geben, ihn ernst zu nehmen.

4. Es wird Zeit, endlich mit diesem Märchen vom ROI aus Social Media aufzuhören

Ein Like ist ein Like, ein Kommentar ist ein Kommentar – nicht mehr und nicht weniger. Wer Ihnen da mehr verkauft als drin ist, droht schnell als Scharlatan entlarvt zu werden. Decken Sie so viele Social-Media-Kanäle ab, wie möglich. Sparen Sie lieber beim zuständigen Personal, das Ihnen womöglich noch etwas von Storytelling erzählen will. Auf Social Media sind Inhalte weitgehend irrelevant. Ein paar Bilder, ein paar kleine Gewinnspiele – Hauptsache die Präsenz ist auffällig. Von Ihren B2B-Kontakten schaut hier ganz bestimmt niemand vorbei. Das sind ganz andere Menschen – viel zu seriös dafür.

5. Fallen Sie beim B2B-Marketing auf gar keinen Fall auf neue Tools der verschiedenen Social Media-Plattformen herein, die Inhalte angeblich abwechslungsreicher präsentieren.

Twitter „Moments“, Canvas-Posts, Slideshows am besten noch mit dieser lizenzfreien Musik als Untermalung – das ist alles nicht Content-orientiert. Hier sehen wir ganz klar nur einen ebenso überflüssigen wie kurzzeitigen Hype.


Oder hat sich hier unsere Abteilung „Forschung und Gegenwart im Wandel der Jahreszeiten“ geirrt? Davon ist wohl auszugehen. Welche Trends tatsächlich für das Jahr 2017 zu erwarten sind, haben wir hier zusammengetragen.

1. Die Qualität des Kundenerlebnisses steht im Mittelpunkt

Das Kundenerlebnis (Customer experience oder CX) ist der Grundpfeiler aller erfolgreichen B2B-Aktionen in den sozialen Medien. 2016 geben jedoch immer noch nur 23% aller B2B-Marketer an, dass sie über eine kundenorientierte Organisationsstruktur verfügen. Unternehmen werden sich 2017 also mehr anstrengen müssen, um Ihre Kunden in jeder Phase des Kaufzyklus zu unterstützen und ihnen ein nahtloses Erlebnis zu bieten.

Die Erwartungen potentieller Kunden an einen personalisierten Service werden im Vergleich zu 2016 weiter steigen. Zudem fordern diese Kunden bei jeder Online-Begegnung mit Ihrer Marke, bei jeder Kaufentscheidung und bei jeder Informationssuche eine konstante Markenbotschaft und intuitive Interaktionen.

Um ein ausgezeichnetes Customer-Experience-Management (CXM) vorzuweisen, müssen Unternehmen 2017 ernsthaft in eine solide und einheitliche Präsenz der Marke auf allen Kanälen investieren. Ob in Ihrem Profil auf LinkedIn, Facebook und Twitter, auf der Website Ihres Unternehmens, in Ihrem Blog oder auf einem YouTube-Kanal: potentielle Kunden erwarten von Ihren Marketingbotschaften Konstanz in Hinsicht auf Ton und Rhythmus sowie benutzerfreundliche Web-Eigenschaften und klare, präzise Handlungsaufrufe.

Dabei dürfen Sie nicht vergessen, Ihr CXM nach den verwendeten Geräten zu priorisieren. Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihre Kunden 2017 zunehmend über mobile Geräte und Tablet-PCs anstatt über Desktops mit Ihren Inhalten interagieren werden. 2016 folgte nahezu jeder zweite Verbraucher (48%) den gesuchten Anbietern auf ihren mobilen Geräten. B2B-Marketer werden sich also um die Markenführung kümmern müssen und um die Entwicklung von Inhalten, die für Smartphones und Tablet-PCs optimiert und auf allen Geräten einheitlich dargestellt werden.

So bereiten Sie sich vor: Überprüfen Sie Ihre aktuellen CX-Aktionen. Überlegen Sie, welchen Eindruck die Interaktionen mit Ihrer Marke in den sozialen Medien bei Ihren bestehenden Kunden hinterlassen. Bieten Sie ein plattformübergreifendes und für alle Geräte optimiertes Kundenerlebnis? Sollten Sie vielleicht, je nach Produkt und Marktsegmentierung, in die Entwicklung mobiler Apps investieren? Untersuchen Sie auftretende Muster in Ihrem CRM und Ihrer Plattform zum Management der sozialen Medien, um sowohl objektive als auch subjektive Einsichten in das Kundenerlebnis zu erhalten.

2. Mehr visuelle und interaktive Inhalte

2017 werden B2B-Unternehmen sich zunehmend bemühen, äußerst ansprechende und interaktive Inhalte in die Realität der Verbraucher einzuführen. Dadurch gewinnen Inhalte wie Video-Blogs und Echtzeitübertragungen von Ereignissen wie Produktdemos, Antworten auf Fragen der Verbraucher und Webinare an Bedeutung. Ein großer Teil dieser Inhalte wird zudem über die sozialen Medien verteilt.

Beeindruckende 96% der Verbraucher geben an, dass sie Videos bei der Kaufentscheidung als hilfreich empfinden. Sprechen Sie aus diesem Grund Ihre potentiellen Kunden im Jahr 2017 vermehrt durch visuelle Inhalte an. Dabei ist die Chancenerkennung durch eine Überwachung der sozialen Medien ganz besonders wichtig. Denn damit präsentieren Sie visuelle Inhalte und laden Ihre engagiertesten Kunden und Interessenten zu Webinaren, Video-Podcasts, Video-Fallstudien und anderen hochwertigen visuellen Marketingveranstaltungen ein, bevor Konkurrenten Ihnen solche Chancen vor der Nase wegschnappen.

So bereiten Sie sich vor: Stellen Sie fest, wie viel Video-Inhalt Sie im Moment anbieten und bewerten Sie die Rentabilität Ihrer letzten Video-Marketinginitiativen. Lassen Ihre Aktionen in diesem Bereich noch zu wünschen übrig, sollten Sie jetzt aufholen und bei jeder Gelegenheit in den sozialen Medien Video-Inhalte präsentieren. Verwenden Sie die Worte "Video" und "Live" oder ähnliche Hashtags, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher zu wecken. Testen Sie auch verschiedene Längen und Themen für Ihre Videos.

3. Bewerten Sie all Ihre Leads in sozialen Medien

Die Konvertierung Ihrer Leads aus sozialen Medien und die Bewertung der Rentabilität in diesem Bereich werden 2017 zu einem entscheidenden Faktor. Eine Untersuchung von Simply Measured aus dem Jahr 2015 stellte fest, dass 60% aller Unternehmen nicht in der Lage sind, die Rentabilität ihrer Aktivitäten in den sozialen Medien festzustellen. Knapp zwei Drittel (64%) der Unternehmen gaben an, dass ihre am meisten verwendeten Analysewerkzeuge die Tools der entsprechenden sozialen Netzwerke sind.

2017 müssen B2B-Unternehmen genau wissen, welche Ergebnisse ihre Marketingmaßnahmen in Hinsicht auf Leadgenerierung, Konversion und Einnahmen erzielen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der sozialen Medien werden Sie mehr denn je in diesen Kanal investieren und all Ihre Aktivitäten in diesem Bereich durch genaue Analysen und gut fundierte Strategien untermauern müssen.

So bereiten Sie sich vor: Konzentrieren Sie sich auf die Netzwerke, die für Ihr Geschäft am wichtigsten sind. Unabhängig davon, welche sozialen Medien Ihnen die höchste Rentabilität liefern – stellen Sie sicher, dass Sie über eine vollständige Präsenz auf LinkedIn verfügen. Ziehen Sie sich aus den Netzwerken zurück, die in Hinsicht auf Leadgenerierung und Markenbekanntheit nicht die gewünschten Ergebnisse bringen oder reduzieren Sie zumindest den in weniger vielversprechenden sozialen Medien investierten Aufwand. Vergessen Sie zudem nicht, eine Plattform für Marketing in den sozialen Medien mit Analyse- und Berichterstattungsfunktionen zu verwenden. Damit lässt sich in Zukunft die Rentabilität all Ihrer Kanäle in den sozialen Medien problemlos bewerten.

4. Neue Trends bei Social Ads und Tools

2017 wird es nicht mehr ausreichen, Ihre Social Media Ads einfach auf Ihre Zielgruppe abzustimmen. Vielmehr müssen sich Ihre Anzeigen von der Masse abheben, um die Aufmerksamkeit der Leser auf sich zu ziehen. Dank der neuesten Weiterentwicklungen in diesem Bereich werden die findigsten B2B-Unternehmen in der Lage sein, sich den Löwenanteil der Marktanteile in ihrem jeweiligen Markt zu sichern.

Zum Beispiel hat Twitter vor Kurzem die Registerkarte ‘Momente’ eingeführt., B2B-Marketern erhalten damit eine zusätzliche Möglichkeit, Ihre Botschaft mit weiteren Informationen anzureichern. In naher Zukunft wird zudem LinkedIn neue Unternehmensseiten mit einem klareren Design anbieten, auf denen Firmen sich einfacher erfolgreich präsentieren und Beziehungen mit potentiellen Kunden aufbauen können. Mit Hilfe eines Tools für Marketing in den sozialen Medien wie Oktopost, verfolgen B2B-Marketer branchenrelevante Echtzeitereignisse und erstellen entsprechende Touchpoints und Inhalte für soziale Medien.

Auch die neuen Werbemöglichkeiten auf Facebook, wie Karussell-Anzeigen und dynamische Anzeigen, versprechen für 2017 zunehmende Beliebtheit. Diese Anzeigenformate verbessern die Qualität des Benutzererlebnisses auf allen Geräten. Beide Optionen bietet dem Benutzer zusätzliche Wahlmöglichkeiten und eine einheitlichere Erfahrung bei der Interaktion mit Ihrer Website sowie bei der Kaufentscheidung hinsichtlich verschiedener Produkte Ihres Unternehmens.

So bereiten Sie sich vor: Überprüfen Sie Ihre aktuelle Strategie für Social Media Ads. Wenn Sie sich im digitalen Bereich bisher hauptsächlich auf Inbound Content-Marketing und soziale Medien verlassen ist es Zeit, Ihre Marketingstrategie mit umfeldorientierter Werbung aufzupeppen. Zeigen Sie Präsenz mit Hilfe der neuen Werkzeuge der sozialen Medien wie Twitter Moments und die neuen Unternehmensseiten von LinkedIn. Bereiten Sie gezielt Inhalte für diese Formate vor. So sichern Sie sich einen Vorsprung und sprechen Ihre Zielgruppen erfolgreich an.

5. Sofortige Reaktionen

Eine der unbestreitbaren Stärken der wichtigsten B2B-Marken ist die Nutzung bezeichnender Momente der Populärkultur. In den sozialen Medien sollten B2B-Marketer nicht weniger schnell reagieren. 2017 kann es sich keine B2B-Marke mehr leisten, die sofortige Erstellung von Touchpoints zu versäumen – ob es sich nun um neue Trends der Populärkultur oder, noch wahrscheinlicher, um große Veränderungen in der entsprechenden Branche handelt. Damit Sie als B2B-Marketer ein nahtloses und intuitives Kundenerlebnis anbieten können, müssen Sie die Bedürfnisse Ihrer potentiellen Kunden verstehen. Wichtig ist außerdem, Kunden im richtigen Moment anzusprechen und den ersten Schritt zum Aufbau einer Beziehung zu tun.

So bereiten Sie sich vor: Stellen Sie sicher, dass Ihre Verfahren zur Überwachung der sozialen Medien, der Aufgabe auch tatsächlich gewachsen sind. Halten Sie Ausschau nach Gelegenheiten zur Nutzung eines Überwachungstools für soziale Medien, um relevante Hashtags, Schlüsselwörter und Erwähnungen Ihrer Marke oder der Produkte Ihres Unternehmens in allen sozialen Medien zu verfolgen. Sorgen Sie zudem für die nötige Flexibilität in Ihrem Redaktionsplan, um jederzeit Inhalte in Bezug auf solche Momente erstellen zu können.

Ist Ihr B2B-Marketingansatz bereit für das Jahr 2017?

Headerbild: Fotolia/ Elena Kharichkina

 

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Topics: Social Media, B2B, Leads

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