Aufgaben der Public Relations – alles neu oder was?

Norbert Diedrich am 25. Juli 2017
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Aufgaben der Public Relations

Public Relations (PR) soll für Ihr Unternehmen einen öffentlichen Bezug herstellen.

Alles, was von Ihrem Unternehmen nach außen und innen getragen wird, kann einen öffentlichen Bezug herstellen. Public Relations betrifft also die gesamte Kommunikation, alle Kanäle und alle Zielgruppen!

Internet, Digitalisierung und Social Media haben dazu geführt, dass Grenzen zwischen PR, Marketing, Werbung auf der einen und Kommunikation, News und Dialog auf der anderen Seite verschwimmen. Als Konsequenz daraus wurde Full-Service in der Agenturlandschaft zu einem nicht mehr einlösbaren Versprechen und die verschiedenen Bereiche/Dienstleister beanspruchten danach für ihre Ausrichtung die jeweils größere Bedeutung.

Die besondere Rolle der Pressearbeit innerhalb der PR

Pressemitteilungen waren lange Zeit ein Synonym für PR. Doch auch in Zeiten von Social Media und Blogs hat die Kommunikation mit redaktionellen Medien nichts von ihrer Bedeutung verloren. Gute Pressearbeit ist auf die Bedürfnisse und Interessen von Redaktionen und deren Lesern zugeschnitten.

Wer Pressearbeit unter Prämissen des Content- bzw. Inbound Marketings betreibt, ist seinen Mitbewerbern meist immer noch einen Schritt voraus.

Eine gute Journalistenrecherche entspricht einer guten Stakeholder Segmentierung. Bei der Themenrecherche verhält es sich sogar etwas einfacher, denn viele Mediadaten beinhalten Themenpläne und Veranstaltungskalender. Das heißt, die potenziellen Ansprechpartner teilen sogar mit, an welchen Themen sie interessiert sind!

Der Perspektivwechsel bei der Medienarbeit ist entscheidend. Die Findung eigener Themen sollte immer parallel zur laufenden Themenkonjunktur geschehen. Oder anders: was Sie erzählen möchten, ist irrelevant, so lange es niemanden interessiert. Die persönliche Beziehung zur Redaktion spielt dabei eine wichtige Rolle. Das ist ein Paradigmenwechsel. Noch vor 15 Jahren galt als Standard: Niemals in einer Redaktion anrufen! Die Kolleginnen und Kollegen dort hätten ohnehin schon genug zu tun und seien dann nur genervt.

Gute PR nervt nicht

PR und besonders Pressearbeit kann nur so gut sein wie die Geschichte, die sie transportieren soll. Wenn Sie eine gute Geschichte anbringen, ist niemand genervt. Sich dabei nur auf Pressemeldungen, am besten noch als Mail mit Anhang zu verlassen, kann allerdings fatal sein.
Beispiel zur Einordnung der Verhältnisse: Das Fachmagazin iBusiness präsentierte 2016 einige Zahlen aus ihrer Redaktion. Alleine die redaktion@...-Adresse erhielt 2015 ca. 71.000 Mitteilungen. Das sind pro Arbeitstag etwa 280 Mails – mit steigender Tendenz. Dazu kommen Mails an die persönlichen E-Mail-Accounts der Journalisten!

Nervig wird es für die Redaktionen, wenn die Erwartungshaltungen ihnen gegenüber deutliche Mängel in Sachen Kommunikations- und Medienkompetenz offenlegen. So schrieb beispielsweise Alexander Hüsing (13.07.2017, Gründer und Chefredakteur von deutsche-startups.de) auf Facebook:

„Immer wieder merkwürdig, wie einige Gründer die Presse sehen. Gerade erreicht mich eine Mail mit diesen Worten: "Bitte um die Entfernung von uns in diesem Artikel. Dem hatten wir nicht zugestimmt". Andere Gründer wieder wollen Pressemitteilungen bei uns "platzieren". Und wenn das Start-up gescheitert ist, folgt prompt die Mail mit der Aufforderung alle Artikel über das Start-up zu löschen: "Ich bitte dich daher nochmal es umgehend zu löschen und mich darüber zu benachrichtigen".

Die zentralen Faktoren einer guten PR

Themenkonjunktur, Ihr Thema sowie die richtigen bzw. zuständigen Kontakte über die richtigen Kanäle zur richtigen Zeit ansprechen, sind die zentralen Faktoren einer guten PR. Dabei können sie in diesem Satz ‚Kontakte‘ optional tauschen gegen ‚Kunden‘, ‚Stakeholder‘ oder ‚Journalisten‘. Er verkörpert eines der Grundprinzipien des Inbound Marketings.

Eine Ausnahme sollten Sie jedoch bei diesem Vergleich hinsichtlich des Faktors Auswertung beachten! Nur, weil Sie evtl. bei einer Redaktion neun Mal trotz bekundetem Interesse keine Veröffentlichung erreichen konnten, bedeutet das nicht, dass es nicht beim zehnten Mal klappt.

Denken Sie an die genannten Faktoren. Manchmal liegt es nicht an Ihrem Thema oder am richtigen Ansprechpartner. Vielleicht haben Sie z. B. einfach nur übersehen, dass Ihr Thema gerade erst in der letzten Ausgabe die Titelstory war?

Zeitgemäße Public Relations ist Dialog im Netzwerk

Gute PR ist immer abgestimmt mit dem Kommunikationskonzept Ihres Unternehmens. Dabei geht es nicht nur um „Pull“-Angebote in Social Media, Blog etc., sondern auch um „Push“. Alle ernstzunehmenden redaktionellen Medien sind auch in Social Media unterwegs. Doch was auch immer Sie über Ihre eigenen Kanäle kommunizieren – das kann bei der Arbeit mit der Presse immer nur eine (wenn auch wichtige) Ergänzung zur aktiven Pressearbeit mit Redakteuren sein. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen und Ihren Geschichten in den Medien berücksichtigt werden wollen, müssen Sie einen Dialog aufbauen.

Pressearbeit ist ein Geben und Nehmen. Aber vergessen Sie nicht: Es gibt immer mehr gute Themen als Platz in redaktionellen Medien.

 

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Topics: PR, Pressearbeit

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