Blogparade: #Perspektivwechsel im (Content) Marketing

Norbert Diedrich am 7. Juni 2016
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Blogparade PerspektivwechselGleich vorab: Nein, es soll nicht nur um Content Marketing gehen! Unsere These: Bei anderen Marketing-Konzepten fällt das Ausbleiben des Perspektivwechsels aktuell nicht so ins Gewicht wie beim Content Marketing. Vielleicht ist der Perspektivwechsel ein besonders gutes Beispiel für eine Grundeigenschaft im Marketing, die viel unverzichtbarer ist als beispielsweise die großartigste CRM-Lösung oder die lustigste Anzeigen-Kampagne etc.

Falk Hedemann alias Wissenssucher hatte vor einigen Wochen über Facebook die Community nach der für sie wichtigsten Eigenschaft im Content Marketing gefragt und eine Vielzahl guter Antworten erhalten. Aber bei fast allen fehlte der Begriff ‚Perspektive’ bzw. ‚Perspektivwechsel’.  Das machte uns stutzig. Wenn doch bei vielen der Perspektivwechsel eindeutig impliziert war, warum benennen ihn dann so wenige? Im nachfolgenden Beitrag haben wir uns darüber Gedanken gemacht.

Doch vorher möchten wir gerne zu einer Blogparade mit dem Thema „#Perspektivwechsel im (Content) Marketing“ einladen. Ganz grob haben wir dabei folgende Fragestellungen im Sinn:

  • Welche Bedeutung hat der Perspektivwechsel für Sie im Marketing?
  • Sehen Sie Unterschiede im Vergleich zwischen Content Marketing und anderen Marketing-Disziplinen?

Verlinken Sie Ihre Beiträge in den Kommentaren unter diesem. Nach Beendigung der Blogparade erstellen wir eine Zusammenfassung aller Beiträge und sind schon jetzt gespannt, in welche Richtung Ihr Perspektivwechsel gehen wird.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich gerne an Romy Fuchs!

PerspektivwechselPerspektivwechsel – Alpha und Omega

Die Testfrage

Es ist nicht immer eine mangelhafte Befähigung zum Perspektivwechsel, die für an die Wand gefahrenes Marketing verantwortlich ist. Aber wenn diese Eigenschaft gar nicht erst da ist, geht es in der Regel mit Ansage daneben.

Zu sagen: „Wir wollen ein neues Marketing-Konzept“, bedeutet noch lange nicht, dass diesem Entschluss ein Perspektivwechsel vorausgegangen ist! Wie oft haben Sie als Unternehmen eine Formulierung wie folgende gebraucht: „Wir sind überzeugt, dass unsere Kunden ein neues Marketing-Konzept besser annehmen, als das bisherige“? – Wie oft haben Sie das als Agentur gehört? Oder „wir wollen jetzt in Social Media“ – am besten noch in Verbindung mit Follower-Zielen. „Wir wollen am Jahresende 5.000 Follower!“ Ja und? Wollen die 5.000 Follower das auch? Wen da draußen interessieren solche Zielvorgaben?

In vielen Fällen könnten Dienstleister nicht wenige Unternehmen, die ihr Marketing neu aufstellen wollen, mit einer einzigen Gegenfrage komplett aushebeln: „Könnten Sie uns dafür Ihr Kommunikationskonzept zeigen?“

Zielgruppen der Unternehmenskommunikation

Doch wollen wir nicht ganz so pingelig sein. Manche Unternehmen haben sehr durchdachte Unternehmenskonzepte, die viele wesentliche Aspekte der Kommunikation enthalten. Doch Unternehmensziele sind nicht immer auch Kommunikationsziele!

Ein häufig vorkommendes Unternehmensziel lässt sich umschreiben mit: mehr Umsatz und mehr Gewinn. Das ist aber sicher kein adäquates Kommunikationsziel. Oder glauben Sie, dass das Kunden ernsthaft interessiert? Kunden wollen etwas erwerben, dass sie brauchen oder haben möchten – wer auch immer ihnen das ins Ohr gesetzt hat.  

Ein Unternehmen ist in ein Wirtschaftssystem eingebunden wie eine Website ins Internet. Prüfen Sie es doch einmal bei sich selbst. Jedes Angebot hat eine oder mehrere Zielgruppen. Aber was für Zielgruppen hat Ihr Unternehmen unabhängig vom Angebot? Was ist mit Partnern, Zulieferern, Logistik-Partnern, Bank- oder Versicherungspartnern, Politik und Verwaltung etc.? Was ist mit Mitarbeitern und deren Familien? Was ist mit Fach- und Publikumspresse (Zeitungen), was ist mit Bloggern? Sind das denn alles Gruppen, die für den Erfolg Ihres Unternehmens ohne Belang sind? Nein. Und damit sind auch das alles Zielgruppen. Auch wenn sie denen vielleicht nichts direkt verkaufen.

Von PR-Artikeln und anderen Grausamkeiten

Marketing, Vertrieb, Kommunikation – alles hängt untrennbar verbunden zusammen. Jeder Bereich beeinflusst die anderen. Ist z. B. die Unternehmenskommunikation mies, versucht das Marketing zu retten, was zu retten ist und der Vertrieb fühlt sich, als ob er gegen Windmühlen reitet.

Zu den schlimmsten Symptomen aus Sicht der Kommunikation gehören sog. PR-Artikel. Für seriöses Content Marketing sind PR-Artikel die Pest. Hierbei definiert das Unternehmen nur aus sich heraus die Themen, die es zu verbreiten wünscht. Beispiel „Seit 20 Jahren Marktführer in XY“ – Und? Kommt da noch was? Gibt es ein Jubiläum, ein Jubiläums-produkt, eine Veränderung, irgendetwas Neues dazu?

Gute Pressearbeit muss immer einen doppelten Perspektivwechsel vornehmen. Sie muss a) wissen, wie sie das Interesse der jeweiligen Redaktionen wecken kann und b) wie ein Redakteur damit ggf. auch noch das Interesse seiner Leser/Follower findet. Gute Pressearbeit arbeitet der Redaktion zu.

Es mag etwas wagemutig klingen aber bei der Definition von Pressethemen hilft ein etwas auf die Spitze getriebener Leitgedanke: Was das Unternehmen sagen will, ist irrelevant! Was die Zielgruppe(n) interessiert, entscheidet über Ihre Public Relations.

Der Perspektivwechsel zählt im Content Marketing doppelt

Im seriösen Content Marketing ist der Perspektivwechsel das Killer-Kriterium schlechthin. Anders als etwa bei Werbung können Sie sich hierbei nicht auf Nebeneffekte verlassen wie etwa „ok das Produkt ist Käse aber der Spot ist witzig“ oder „Ich verstehe die Anzeige nicht aber die Grafik sieht toll aus“. Anders als bei Werbung ist die Erwartungshaltung des Gegenübers beim Content Marketing normalerweise sehr viel direkter. Hier geht es um Lösungen und Antworten und nicht um ungefragte Unterhaltung in der Mittagspause.

Wer seine Unternehmenskommunikation nicht den Kommunikationsgewohnheiten angepasst und den Perspektivwechsel bei der Entwicklung von Strategie und Umsetzung außen vor lässt, wird auch im Marketing und besonders beim Content Marketing straucheln.

Die gute Nachricht ist: Dafür brauchen Sie keinen Coach, keine Agentur, keine Fortbildung, keine Fachliteratur. Ein Perspektivwechsel ist eine ganz rudimentäre menschliche Fähigkeit. Es ist der entscheidende erste Schritt. Für alles Weitere kann man sich Unterstützung heranziehen.

Headerbild: Fotolia / Yvonne Weis

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Topics: Content Marketing, #Blogparade, #Perspektivwechsel

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