HubSpot vs. WordPress - Wem gebührt der Inbound Marketing CMS Thron?

Reiner König am 28. Juli 2016

HubSpot vs WordPress

Das ist eine interessante Frage. Starten wir gleich mal mit einer Gegenfrage: Wenn man Hunger hat, was könnte die bessere Lösung sein, selber Kochen oder essen gehen? Die Metapher mag auf den ersten Blick abwegig erscheinen, bringt aber die Gemengelage in Sachen Inbound Marketing Content Management System (CMS) ganz gut auf den Punkt: Hubspot vs. Wordpress.

Kommen wir später auf die Essens-Frage zurück. Zunächst zum Sachthema CMS mit ausgewiesener Inbound Marketing Funktionalität. Erster Kandidat: WordPress ist gewissermaßen der „Content-Godzilla“ unter den CMS-Lösungen. Etwa im Jahr 2003 hat WordPress das Licht der Welt erblickt und in kurzer Zeit eine große Marktrelevanz erreicht.

Content Godzilla WordPress

Die Gründe sind mannigfaltig: WordPress ist eine Open Source, also eine quelloffene und vor allem kostenlose Lösung. Es basiert auf der Skriptsprache PHP und benötigt eine ebenfalls kostenfrei verfügbare MySQL-Datenbank. Open Source impliziert auch: Dieses CMS ist kein geschlossenes System, keine geheimnisvolle Blackbox. Der Quellcode ist für jedermann offengelegt und verfügbar. Jeder interessierte Entwickler kann den Quellcode für seine Zwecke anpassen und weiterentwickeln. Aktuelle Versionen und Erweiterungen sind unter Wordpress.org verfügbar.

Das sind hinreichende Gründe, warum WordPress so viele Unterstützer auf Entwicklerseite hat. Und was nicht überraschen wird, auch auf der Anwenderseite besteht hohe Akzeptanz. Man kann es getrost auf den Punkt bringen: WordPress war und ist ein leistungsstarkes CMS, wenn es darum geht, professionelle Blogs und Websites zu realisieren. Aber gleichsam gilt auch: WordPress ist keine explizite Inbound Marketing Plattform.

Und heißt das nun, dass WordPress für die speziellen Anforderungen von Inbound Marketing ungeeignet ist?

HubSpot das All-in-One Genie

Doucement, bevor wir diese Frage voreilig beantworten, wenden wir uns der anderen Plattform zu: HubSpot hat vom Start weg das Grundprinzip von Inbound Marketing geradezu verinnerlicht. Die Plattform erschien drei Jahre später als WordPress im Online-Markt. Ergo konnten die HubSpot-Entwickler viele fundierte Online-Marketing Erfahrungen für ihre Plattform berücksichtigen und implementieren.Fakten HubSpot vs. WordPress

SEO und Social Media begannen allmählich dem Krabbelgruppenstatus zu entwachsen. Unternehmen und Marketing-Agenturen erkannten in der Methode Inbound (dt. für ankommend) Marketing großes Potential. Statt mit klassischen Display- oder Push-Konzepten (also Outbound) aktiv auf User einzuwirken, wird die Prozessrichtung umgekehrt. Hochwertige und zielgruppenaffine Inhalte (Blog, Newsletter, Social Media Posts) dienen als Überzeuger; der User selbst trifft die Entscheidung über Conversion oder Kontaktaufnahme (Lead).

Genau diesen Ansatz verfolgt HubSpot. Diese CMS Plattform bietet von Haus aus alle erforderlichen Visualisierungs-Tools und Berichtsfunktionen, um tief in die Welt von Inbound Marketing einzutauchen. Es vereint viele Inbound Marketing Funktionen unter einem Dach: Blog-Erstellung, Suchmaschinenoptimierung, E-Mail-Marketing und darüber hinaus auch alle notwendigen Analysetools wie User-Tracking und -Auswertung, Lead-Prozess-Management und sogar die Möglichkeiten der Personalisierung und der Content Marketing Automation. Und weil eben alles so schön unter einem Dach vereint ist, bezeichnet der Anbieter HubSpot seine Lösung auch gerne als All-In-One Inbound Marketing Plattform.

Na, das klingt doch alles super. Und damit dürfte ja hinreichend geklärt sein, welche der beiden Plattformen als Sieger aus diesem Inbound Marketing CMS Battle hervorgeht.

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Gute Inbound Marketing Tools haben Ihren Preis

Mitnichten, die Sachlage ist leider nicht so eindeutig. Um das zu verstehen, vergegenwärtigen wir uns noch mal den Systemansatz von WordPress: Die Plattform ist Open Source. Und weil es viele Fans und Entwickler gab und gibt, wurde diese über die Jahre ständig weiterentwickelt. Man ahnt es vielleicht schon, es gibt mittlerweile tatsächlich zahlreiche neue Funktionen und Erweiterungen (sogenannte Plugins), die ebenso alle wesentlichen Inbound Marketing Funktionen abdecken. So betrachtet riecht es stark nach Unentschieden.

Ändern wir einfach mal den Betrachtungswinkel und stellen das Vertiebs- und Kostenmodell von WordPress und HubSpot gegenüber. Vielleicht gelingt es dann, signifikante Unterscheide herauszustellen.

WordPress punktet natürlich als frei verfügbare Open Source Lösung. Grundlizenz und viele Erweiterungen stehen kostenfrei zur Verfügung. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass keinerlei Aufwände und Kosten anfallen. Im Gegenteil: Man kann mit WordPress in Sachen Inbound Marketing nicht ad hoc loslegen. Zeit- und Anpassungs-, respektive Entwicklungsaufwände fallen in jedem Fall an. Dieses Customizing und die Evaluierung und Implementierung der benötigten Inbound Marketing Plugins sind nicht zu unterschätzen. Und man muss im Auge behalten, dass man sich ständig mit Updates oder Patches zu den Plugins rumplagen muss.

Es sei zudem noch angemerkt, dass einige der wichtigen Plugins nicht kostenlos sind. Das Landingpage-Tool Optimizepress kostet bspw. jährlich etwa 100 US Dollar und für Leadmanagement unverzichtbar ist Obtr, für das monatlich 99 US Dollar Kosten auflaufen. Einen standardisierten Kostenrahmen für eine WordPress-Umsetzung lässt sich leider nicht bemessen; dieser ist immer von den jeweiligen Projektanforderungen abhängig. Grob gesprochen fällt der größte Posten für das einmalige Einrichten an und weitere geringere finanzielle Aufwände für fortlaufende Aktualisierungen und Lizenzgebühren Plugins.

HubSpot ist dagegen ein geschlossenes System. Für die Nutzung zahlt ein Kunde monatliche Lizenzgebühren für eine bestimmte Anzahl von Kontakten. Die Einstiegsvariante mit 100 Kontakten liegt aktuell (Stand Juli 2016) bei 185,00 EUR pro Monat an. Für weitere zusätzliche 1.000 Kontakte muss man noch mal 100 Ocken berappen. HubSpot bietet noch zwei weitere Pakete an: Pro- und Enterprise-Edition. Diese Varianten schlagen mit 740 bzw. 2.200 EUR zu Buche. Eine Stange Geld, das Monat für Monat fällig wird.

Der große Vorteil aber: HubSpot ist ready to go. Man muss nicht lange planen und entwickeln (lassen), sondern kann nach kurzer Einarbeitung sofort loslegen. Das Interface ist optimal auf die Belange von Inbound Marketing ausgerichtet. Stellvertretend seien die Lead-Visualisierung und das begleitende Prozessmanagement (Lead Nurturing) genannt.

Fazit – kein eindeutiger Gewinner, der Anlass entscheidet

Womit wir zum Fazit kommen und zum Thema Essen zurückkehren: Was ist also besser, wenn man Hunger hat? Selber Kochen (WordPress) oder Essen gehen (HubSpot)?

Nun ja, wichtig ist doch, dass es schmeckt und alle satt werden. Diese Erkenntnis lässt sich tatsächlich auch auf den Vergleich von WordPress und HubSpot anwenden. Es gibt nicht „das perfekte“ Inbound Marketing CMS. Welches man nun bevorzugen sollte, hängt von den konkreten technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen ab.

Wenn man bereits WordPress-basierte Blogs oder Websites betreibt, sollte man eine Erweiterung mit den entsprechenden Inbound Plugins und eine WordPress-Backend-Anpassung in Erwägung ziehen. Kostet sicher Zeit und Gehirnschmalz, spart aber viel Geld, weil nicht dauerhaft monatliche Lizenzkosten anfallen.

Anders sieht es aus, wenn man sozusagen auf der grünen Wiese starten darf und ihre Kunden zeitnah Inbound Marketing Unterstützung erwarten. In diesem Fall führt kein Weg an HubSpot vorbei.

Und wenn Sie noch Fragen oder Anregungen in Sachen Inbound Marketing Plattform-Entscheidungen haben, dann freuen wir uns auf Ihre Kommentare. Und sehr gerne beantworten natürlich Ihre Fragen. NetPress setzt für seine Kundenprojekte seit vielen Jahren WordPress und HubSpot ein. Wir sind mit den Tücken und Vorzügen beider Systeme vertraut und teilen gerne unsere Erfahrungen mit Ihnen.

Headerbild: Fotolia / d1sk

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Topics: HubSpot, WordPress, CMS

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