Im Content kam es zu Auffälligkeiten - Eine sehr persönliche Rückschau auf die CMCx 2017

Norbert Diedrich am 23. März 2017
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Bild 1 NetPress.jpgAm 7. und 8. März war NetPress als Platinsponsor, Aussteller und mit unserem CEO Achim Karpf als Redner auf der Content Marketing Conference in München präsent. Für uns als Content-Marketing-Agentur war es der perfekte Ort, um sich mit anderen auszutauschen und sich zu wundern.

Storytelling, Influencer Marketing und Missverständnisse

Trotz erkennbarer Expertendichte wurde ich insgesamt (einschließlich der Konferenzbeiträge) den Eindruck nicht los, dass einige Profis die klare Trennung von Content und Content Marketing noch nicht ganz verinnerlicht haben. Sogar der Begriff „Native Advertising“ waberte herum ...

Bild 2 CC15.jpgEs war interessant, was zum Teil als Indiz oder Synonym für ‚Content Marketing’ im Umlauf war. Storytelling – das Vorgänger-Buzzword – ist sicher weder Content Marketing, noch ein zwingendes Indiz dafür. Dahingehend überraschte mich am meisten der Auftritt des Gründerteams der Agentur CC15 – mit Joko Winterscheidt. Denn ihre Spots für VW sind aus der Sicht Werbender sicher spektakulär und ein Coup. Von Content Marketing aber keine Spur. Dennoch ein unterhaltsamer Abschluss des ersten Tages.

Bild 3 Christoph Krachten.jpgAuch Influencer Marketing fand seinen Weg in die Vorträge. Gewohnt launig begann Christoph Krachten (Mitgründer und ehemaliger Geschäftsführer von Mediakraft sowie Organisator der VideoDays) seinen entsprechenden Vortrag mit: „Influencer Marketing ist so ein bisschen wie Werbung in den 50ern. Bekannte Menschen halten Produkte in die Kamera.“

Seine Empfehlungen komprimiert: Die Bindung an einen Influencer sollte langfristig angelegt sein – mindestens auf Jahres-Basis. Zudem gilt es unbedingt, parallel in die eigene Marke zu investieren. Im Rahmen entsprechender Formate kann ein Influencer in Kampagnen eingebunden werden. Merke: Klickzahlen auf YouTube-Clips bedeuten nichts, wenn nicht auch der Kanal abonniert wird.

Wenn journalistischer Anspruch hochgehalten wird...  

... muss am Ende nicht immer auch anspruchsvoller Journalismus rauskommen. Umso bemerkenswerter schien mir der engagierte Vortrag von Mario Vigl (Allianz Deutschland). Die Allianz hatte sich vor einiger Zeit von ihren Kundenmagazin-Agenturen getrennt. Diese Trennung begründete er glaubhaft mit der Erkenntnis, dass man nach einer Lernphase nur dann konsequent journalistische Qualität bringen kann, wenn er a) selbst erarbeitet wird und b) eine Kommunikationsstrategie zentral über allen redaktionellen Angeboten steht.

Am Beispiel der Reportage über Alexander Popowitsch im Mitarbeitermagazin „Allianz blau“ machte Vigl dabei ebenfalls deutlich, dass aus seiner Sicht die größten Probleme bei der Durchsetzung journalistischer Kriterien eher in der Innendarstellung als in der Außendarstellung auftreten.

Bemerkenswert. Am Anfang bediente Vigl augenzwinkernd das Klischee, Content Marketing für Versicherungen seien nun wirklich nicht die Krönung ambitionierter Kommunikationsexperten. Am Schluss ertappte ich mich bei dem Gedanken, was für großartige Themen und Ideen doch in diesem Umfeld für Content Marketing zu finden sein können. Beispiel: Die Schadensakte Paddington (im Kundenmagazin 1890) und warum eine einfache Hausratversicherung beim Bär Paddington nicht gereicht hätte.  

Kein Wort über Content Marketing?

Doch. Dass wir uns nicht missverstehen: bloß, weil etwas von Natur aus kein Content Marketing ist, heißt das keineswegs, dass es nicht wichtig wäre, darüber zu sprechen! Und so traf ich unter anderem Klaus Eck (Gründer d.Tales, Keynote-Speaker) und sprach mit ihm über Content Marketing: „Beim Content Marketing geht es nicht allein um die reine Content Erstellung. Einen großen, wenn nicht sogar den größten Teil macht mittlerweile die Content Vermarktung aus. Insofern lasse ich mich überraschen, wann sich das dreht und im Content Marketing mehr auf die professionelle Content Distribution geachtet wird.“  Das ganze Interview gibt es separat hier...

Persönliches Fazit

Es war gut auf der CMCx! Wir hatten das Gefühl, dass sich immer mehr Menschen sehr gezielt für Content Marketing für Unternehmen interessieren und auch immer mehr darüber wissen. Das lässt hoffen. Denn dann werden sich zukünftige Diskussionen, etwa um „Ehrlichkeit im Content Marketing“, vielleicht nicht nur um Missverständnisse wie Native Advertising drehen, sondern um ernsthafte, relevante Aspekte.

Unser Vortrag auf der CMCx:

Slides CMCx2017



Topics: Content Marketing, Influencer Marketing, #cmcx

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