Inbound Marketing = Content Marketing mit vertrieblicher Ausrichtung ?

Sonja Greye am 15. März 2016
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Interview-Content-Marketing-Mael-Roth.jpgWas ist eigentlich das Besondere an Content Marketing und warum ist es in aller Munde? Und welche Rolle spielt Inbound Marketing dabei? Diese und weitere Fragen dürften sich viele Marketingverantwortliche heutzutage stellen. Wir haben dazu ein sehr interessantes Gespräch mit Mael Roth, einem passioniertem Content Strategen geführt, das genau dieses Thema aufgreift. 

NetPress: Content Marketing wird als Begriff für vieles genutzt und ist auch zum Buzzword für modernes Marketing geworden. Wie definierst du Content Marketing?
Je mehr Leute über Content Marketing sprechen, desto weniger Klarheit herrscht über das, was es eigentlich sein soll. Das ist schade. Wenn ich gefragt werde, wie ich es definiere antworte ich meistens mit:
"Content Marketing ist das was Unternehmen tun, wenn sie merken, dass sie es sich nicht mehr "leisten können", uninteressant zu sein". 
Das wirkt meistens sehr gut, weil man dann beim "wie" weiter erklärt, statt eine trockene Definition zu liefern.
 
NetPress: Und was ist der Unterschied zwischen Content und Inbound Marketing?
Das ist eine interessante Frage, die mich schon länger begleitet und beschäftigt. Als ich vor einigen Jahren überlegte, wie ich nützliches und effizienteres Marketing betreiben kann - die Story dazu hier - stieß ich zuerst auf den Begriff Inbound Marketing. Daraufhin beschäftigte ich mich mit diesem Content Marketing.
Inbound ist klar von HubSpot und der Methodologie dahinter geprägt, während es im Bereich Content Marketing noch sehr viele unterschiedliche Frameworks gibt. Die Inbound-Methodologie ist sehr gut durchdacht und fast schon standardisiert, bei "Content Marketing" herrscht noch Unklarheit u.a. weil von Publishern meistens nur schwammige Begriffe durch die Gegend geworfen werden wie "Relevanz" oder "Mehrwert" und viele Werbekampagne einfach mal "Content Marketing Beispiel" genannt werden, weil es wahrscheinlich bessere Durchklickraten bringt.
 
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Ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit den zwei Herangehensweisen und sehe Inbound Marketing klar als Content Marketing mit eindeutiger vertrieblicher Ausrichtung. Im Inbound Marketing dient "Content" und "Marketing" dem Vertrieb und soll Leads liefern und dem Vertrieb hohe Abschlussraten ermöglichen. Content Marketing - wenn es denn strategisch ausgerichtet ist - verfolgt übergeordnete Kommunikations- und Markenspezifische Ziele und liefert eine solidere Grundlage mit einer definierten Content Strategie.
 
Abschließend dazu muss noch gesagt werden: der Unterschied zwischen den beiden ist nicht allzu wichtig. Ob man das jetzt Inbound- oder Content Marketing nennt ist letztlich nicht so wichtig, solange man das erreicht, was man erreichen möchte :-)
 
NetPress: Was sollten Unternehmen als erstes tun, die sich im Bereich Content Marketing weiterentwickeln wollen?
Der erste Schritt besteht oftmals darin, ein Gefühl dafür zu kriegen, dass es funktionieren kann. In diesem Kontext macht eine erste Pilot-Kampagne durchaus Sinn, die auch kurzfristige Ziele verfolgt (wie z.B. Social Shares oder Leads generieren). Eine erste Inbound-Marketing Kampagne kann so ein "Quick-Win" sein und dient dann dazu, einen ersten "Case" für Content als Funktion zu schaffen. Darauf kann man aufbauen.
 
Wenn dieser Case geschaffen ist, sollten Unternehmen sich mit der Entwicklung einer Strategie beschäftigen, mit denen eben strategische Ziele erreicht werden können. Hier sehe ich das SCOM-Framework von Mirko Lange als einer der weltweit führende Ansätze, vor allem wenn es darum geht, genau zu definieren, wie Mehrwert geboten wird. Ich lese seit Jahren sehr viel über Content Marketing (Blogs, Bücher, usw.) und ich finde Mirko's Ansatz wirklich am besten... (Disclaimer: Ich arbeite auch mit Mirko bei scompler!).
 
Ist diese Strategie definiert, gilt es sich mit der Umsetzung zu beschäftigen. Hierbei stellen sich u.a. die Fragen der Ressourcen, die eingesetzt werden und der Tools. Prozesse und Tools sind Aspekte, die mehr und mehr Unternehmen beschäftigen, denn hier geht es um Effizienz im Content-Marketing-Prozess...
 
NetPress: Obligatorischer Blick in die Glaskugel: Wie siehst du das Content Marketing der Zukunft oder handelt es sich etwa nur um einen Hype?
Wie hat Seth Godin doch so schön gesagt? "Content Marketing is the only Marketing left."
Nein, für mich handelt es sich definitiv nicht um einen Hype. Wie ich schon gesagt hatte, ich glaube, dass Unternehmen immer mehr merken, dass sie an einer eigenen Reichweite arbeiten müssen bzw. diese aufbauen müssen, um langfristig eine nachhaltige Marketing-Kommunikation betreiben zu können. Manche Marken und Unternehmen im B2C werden hierzu m.E. nicht gezwungen sein, denn da kann es auch "weiter mit Werbung" funktionieren. Aber im B2B-Bereich - da bin ich von überzeugt - wird auf lange Sicht keiner mehr um Content Marketing / Inbound Marketing rumkommen.
 

NetPress: Vielen Dank Mael für das interessante Interview!

Über Mael Roth:

Mael Roth ist Content und Inbound Marketing Strategist und schreibt auf seinem Blog mehrsprachig sehr interessante Artikel rund um diese Themen.
Sein Motto: "It only takes a day to learn. Unfortunately, it takes a lifetime to master!"

Headerbild: Adobe Stock / treenabeena

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Topics: Content Marketing, Inbound Marketing

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