Oft missverstanden: Der Corporate Blog als reine Content-Sammlung

Norbert Diedrich am 14. April 2015
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Corporate Blog ist Content Marketing

Der Blog hat sich bei Unternehmen weitestgehend als Teil der Corporate Communication etabliert. Allerdings beschreibt das immer noch nicht die Aufgabe eines Unternehmensblogs – und hier existiert bei vielen Unternehmen immer noch ein großes Missverständnis. Redaktionelle Planung, Agenda-Setting, der Blog als Support der Unternehmenskommunikation, eindeutige Zielgruppe und ein klar definiertes Rollenverständnis, wer wann was schreiben darf oder soll – alles ausgerichtet nach den Unternehmens- und Kommunikationszielen: Reicht das denn immer noch nicht?

Lesen ist Silber, Reden ist Gold

Nein, das reicht nicht. Denn Sie wollen, dass Ihr Blog gelesen und darüber geredet wird! Einer Untersuchung der Universität Hohenheim zum Themenbereich Blogger zufolge hat allein die Bloggerplattform Tumblr (Yahoo) 2014 weltweit 182,5 Mio. Blogs erfasst. Dazu gibt es laut socialmediastatistik.de gibt es weit mehr als 70 Mio. Wordpress-Blogs – eine bei Unternehmen häufig genutzte Blog-Software. Schon 2011 kamen pro Tag ca. 100.000 neue Blogs hinzu! Na gut, das desillusioniert jetzt vielleicht etwas hinsichtlich der Bedeutung des eigenen Unternehmensblogs. Dem können Sie entgegenwirken.

 

Es geht nur über den Dialog

Gehen Sie einfach mal davon aus, dass viele derjenigen, die Ihren Blog lesen sollen, selbst auch einen haben. Blogs werden vor allem über Social Media kommuniziert. Das funktioniert deswegen so gut, weil Menschen eben nicht nur lesen, sondern auch miteinander über Gelesenes sprechen, diskutieren und streiten wollen. Welche Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen?

Nur wer in der Diskussion ist, nur wer es schafft, ins Blickfeld seiner Stakeholder zu kommen, hat eine Chance auf signifikante Reichweite und am Ende auf Lead Generierung. Da leuchtet zum Beispiel ganz groß „Fehlermeldung“ auf, wenn ein Blog keine Kommentarfunktion hat. Oder möchten Sie, dass man überall über Ihren Content diskutiert, nur nicht auf Ihrer eigenen Webpräsenz?

 

Guter Content und kommunikative Kompetenz

Aber was sollte Menschen dazu verleiten, ausgerechnet auf Ihrem Blog zu kommentieren?

  • Neben dem klassischen Dreisatz „Be useful, relevant or at least entertaining!“ ist es das Signalisieren, dass einem der Austausch wichtig ist.
  • Vermitteln Sie in Ihrem Blog eine Grundhaltung, dessen Ziel nicht die zwangsläufig Überzeugung ist! Dialog heißt, auch konträre Meinungen oder Kritik akzeptieren zu können, ohne dass man sich einig wird.

 

Niemand hat auf Ihren Blog gewartet! Die Welt dreht sich garantiert auch ohne Ihren Blog weiter. Aber vielleicht haben Sie ja nicht nur guten Content zu bieten, sondern auch ein gerüttelt Maß an kommunikativer Kompetenz, die Sie zu einem gefragten Dialog- und Diskussionspartner für andere machen! Das ist der Schlüssel, mit dem sich aus guter inhaltlicher Qualität Reichweite und damit Relevanz erzielen lassen kann.

 

Unser NetPress-Tipp 

Verwenden Sie nicht nur Zeit für eigene Blogbeiträge. Die aktive Teilnahme an Social Media wird ihnen mittelfristig helfen, Influencer und deren Blogs zu identifizieren. Auch Journalisten, Mitbewerber, Veranstalter, Verbände und andere Multiplikatoren haben Blogs. Investieren Sie zwischendurch etwas Zeit und posten Sie anstelle eines eigenen Beitrags einen wohlformulierten Kommentar auf einem anderen Blog. Dabei gegebenenfals auf den eigenen Blog zu verweisen, ist allgemein akzeptiert. Wirken Sie mit an einer Atmosphäre des Dialogs. Das macht auch Ihren Blog attraktiver!

 

Be useful, relevant, entertaining and inviting!

 

HubSpot Handbuch Content Marketing

 

Bildquelle: Fotolia © Rawpixel

 

Topics: Content Marketing

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