Online Reputation: Warum eine Webseite nicht ausreicht

Kerstin Kitzmann am 9. August 2016
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Online Reputation

Ihre Webseite ist klasse, aber trotzdem redet keiner über Sie? Kein Wunder: Die klassische Homepage ist nämlich nur ein Puzzleteilchen, mit dem ein Unternehmen auf sich aufmerksam machen kann. Viel wichtiger ist die Präsenz in den sozialen Netzwerken und auf Nachrichten-Sharing-Plattformen – sowie die Nähe zu wichtigen Influencern. Wer nicht dort ist, wo über seine Themen und Produkte gesprochen wird, der kann auch nicht wahrgenommen werden. Doch wie kann ein Unternehmen die Aufmerksamkeit auf sich lenken und Online Reputation aufbauen?

Eines dürfte klar sein: Mit plumper Online-Werbung klappt das sicherlich nicht. Auch einfach auf allen Kanälen was Nettes zu posten und auf freundliche Verbreitung durch Dritte zu warten, ist selten zielführend. Unternehmen, die Katzenfutter verkaufen, sind dabei allein wegen der Bildsprache schon klar im Vorteil. Was aber, wenn Ihr Unternehmen Produkte und Dienstleistungen anbietet, die nichts mit Cat Content zu tun haben und auch nicht unbedingt „sexy“ sind? Dann gehören Sie zu der Mehrheit der Unternehmen, die sich besser eine Strategie erarbeiten und erstmal genau analysieren sollten, mit wem sie eigentlich kommunizieren wollen.

Was gehört zur Online-Reputations-Strategie?

Um sich einen guten Ruf im Internet zu erarbeiten, ist die Beschäftigung mit der Zielgruppe, die erreicht werden soll, die Basis. Wer weiß, mit wem er reden will, kann die richtigen Orte aufsuchen – das gilt auch im Internet. Oft gibt es mehrere Plätze und unterschiedliche Kommunikationswege, die idealerweise nicht miteinander konkurrieren, sondern sich ergänzen. Wichtig ist, beim Stil als auch bei den Inhalten, das Medium zu berücksichtigen. Online Reputation entsteht durch Glaubwürdigkeit. Sich auf andere Menschen einzulassen, hilft dabei, echte Kommunikation und Interesse aufzubauen. Das ist wiederum wichtig, um die Meinungsmacher, die Influencer, zu überzeugen. Zusammen sind diese Elemente prägend für die Marke, die Sie dadurch im Internet schaffen und sichtbar machen. Und das gilt auch für die Menschen, die dahinterstehen.

Die folgenden vier Punkte sollten Sie beim Aufbau einer digitalen Reputation berücksichtigen:

  1. Analysieren Sie die Zielgruppen des Unternehmens und lernen Sie diese richtig kennen. Setzen Sie sich intensiv mit den Kunden auseinander und arbeiten Sie die Punkte heraus, wo Sie unterstützen können.
  2. Bauen Sie eine integrierte Kommunikationsstrategie auf, auch wenn in Ihrem Unternehmen das Denken in einzelnen „Silos“ noch vorherrscht. Bei der Kommunikation müssen alle an einem Strang ziehen.
  3. Nutzen sie die passenden Werkzeuge und die richtigen Kommunikationswege. Viel bringt nicht viel. Die Kunst liegt eher in der Konzentration auf das Wesentliche. Aber sichern Sie sich den Profilnamen Ihres Unternehmens, bevor dies ein anderer tut – auch wenn Sie hier noch nicht aktiv sind.
  4. Schaffen Sie eine Markenidentität (Brand Identity) und lassen Sie sich Zeit für diesen Prozess. Und beziehen Sie Ihre Mitarbeiter dabei mit ein. Die Mitarbeiter eines Unternehmens sind die besten Fürsprecher, die es für sich gewinnen kann.

Qual der Wahl: Welche Kanäle und Medien zählen?

Ganz wichtig: Tanzen Sie nicht auf zu vielen Hochzeiten. Konzentrieren Sie sich auf die Plattformen, auf denen Ihre Kunden sich aufhalten, damit sie Ihnen hier begegnen können. Es muss nicht immer der neueste Trend sein, auf den Sie setzen. Viele Digitalkanäle haben den ersten Hype überstanden und sind auch heute noch gut frequentiert, was bei neuen Plattformen immer ein Vabanque-Spiel ist. Halten Sie sich dennoch auf dem Laufenden, um das Potential ausschöpfen zu können, wenn die Zeit reif ist. Mit einer Website und dem eigenen Blog, Facebook sowie Google+ und den damit verknüpften Services als auch den zu Ihrer Kundengruppe passenden Plattformen wie Twitter, Instagram, Snapchat oder auch Messengern können Sie viel bewegen. Dass es dabei auf den richtigen Mix, die Sprache und auch Befindlichkeiten ankommt, und wie Sie diese sinnvoll einsetzen, erläutert das ausführliche Whitepaper „Der gute Ruf im Internet – Mit Strategie zur Online Reputation“.

NetPress Whitepaper Strategie zur Online Reputation

Gute Reputation für gute Mitarbeiter

Wer an Online Reputation lediglich im Zusammenhang mit Marketing und dem Verkauf von Produkten denkt, der vergisst die wichtigste Ressource für den Unternehmenserfolg: die Mitarbeiter. Und wer nicht Mittel und Wege findet, sich im Rahmen des Employer Brandings gut zu platzieren, hat zumindest im „War for Talents“, dem Kampf um gut ausgebildete Fachkräfte, schon verloren.

Denn immer mehr Unternehmen haben Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Besonders bei den Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) wird die Sorge über fehlende Fachkräfte und speziell den Mangel an Auszubildenden immer lauter. Die handwerklichen Berufe leiden größtenteils unter einem Nachwuchsproblem.

Die Frage ist: Was können Unternehmen tun, um sich für (zukünftige) Mitarbeiter attraktiver zu machen?

Die bisherigen Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung sind nach wie vor wichtig. Auf Messen vertreten zu sein oder eine „Über-Uns“-Seite auf der unternehmenseigenen Webseite zu haben, gehört zu den Klassikern. Doch dies allein reicht nicht aus. Wer heute erfolgreich sein will, muss sich als Arbeitgebermarke positionieren.

Employer Branding: Auch hier ist Markenstrategie gefragt

Die Deutsche Employer Branding Akademie definiert Employer Branding als „... die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber. Kern des Employer Brandings ist immer eine die Unternehmensmarke spezifizierende oder adaptierende Arbeitgebermarkenstrategie. Entwicklung, Umsetzung und Messung dieser Strategie zielen unmittelbar auf die nachhaltige Optimierung von Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, Leistungsbereitschaft und Unternehmenskultur sowie die Verbesserung des Unternehmensimages. Mittelbar steigert Employer Branding außerdem Geschäftsergebnis sowie Markenwert.“

Sowohl die Gewinnung von Mitarbeitern als auch die Bindung und Motivation bereits zugehöriger Kollegen findet über die Unternehmensmarke statt. Dazu gehört eine klare Positionierung, wofür das Unternehmen stehen will und was es bereits umsetzt. Dabei sind nicht nur Hard Facts wichtig, wie Geschäftsfelder, Umsätze und betriebswirtschaftliche Ziele, sondern auch eine gelebte Firmenphilosophie. Genau diese Ziele und die Firmenphilosophie können über die sozialen Netzwerke kommuniziert werden und positiv in das Employer Branding einzahlen.

Social Media als ein „Must-Have“

Eine Unternehmens-Webseite und die Verknüpfung mit den relevanten Netzwerken werden inzwischen vorausgesetzt. Bewerber möchten mehr über den zukünftigen Arbeitgeber erfahren und das funktioniert nur, wenn a) die Netzwerke bedient werden und b) die Positionierung klar wird – auch durch die Mitarbeiter.

Doch nicht nur das: Bewerber erwarten immer mehr von Unternehmen. Eine offene Kommunikation, flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und sogar Arbeitsorte sind nur einige der Faktoren, die für den heutigen Bewerber zählen können. Wie genau Versprechen und Realität dann aussehen, lässt sich mit einem Klick auf Bewertungsplattformen wie kununu sehen. Hier können Bewerber und Mitarbeiter anonym ihre Meinung zum Arbeitgeber in verschiedenen Kategorien abgeben.

Ein gutes Beispiel, wie sich Employer Branding effektiv nutzen lässt, zeigt der Autohersteller Daimler. Das Unternehmen betreibt das Daimler-Blog, das ausschließlich Artikel von Mitarbeitern enthält. So kann sich jeder Bewerber und auch Mitarbeiter einen Eindruck zu verschiedenen Bereichen der Organisation machen, sich informieren und lesen, was es Neues gibt.

Ebenso innovativ geht Daimler mit Instant-Messengern um, und hat diese in einem Experiment direkt in die Kommunikation eingebunden. Um Absolventen den Einstieg schmackhaft zu machen, nahm ein Trainee via WhatsApp einen Tag lang interessierte Absolventen mit in den Büroalltag und gewährte interessante Einblicke in ihr Traineeship. Neben dem Live-Erlebnis konnten auch gleich alle Fragen beantwortet werden, die im Zusammenhang mit dem Traineeship gestellt wurden. Näher am Geschehen kann man schon fast nicht sein.

Interessant sind auch Tools wie Periscope oder Snapchat, um neue Wege im Employer Branding zu gehen und Einblicke ins Unternehmen zu geben. Und eine interessante Story dazu zu erzählen.

Egal welchen Weg Sie für sich gehen wollen, um neue und bereits bestehende Mitarbeiter anzusprechen: Seien Sie dort, wo Ihre Zielgruppe ist, und machen Sie klar, für was Sie stehen. Kreativität, Individualität und Ehrlichkeit sind keine Frage des Budgets, sondern von Loyalität gegenüber der Zielgruppe.

Headerbild: Adobe / Mathias Rosenthal

Topics: Online Reputation

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