Periscope & Co. in der Unternehmenskommunikation

Norbert Diedrich am 24. November 2016

#periscope #twitterKommunizieren in Bild und Ton – Live-Übertragungen, die rund um den Globus Zuschauer begeistern

Die App Periscope erlaubt jedem Nutzer, via Smartphone Videos live aufzunehmen und in Echtzeit direkt ins Internet zu streamen. Verbunden mit der Plattform Twitterist damit eine hohe Reichweite rund um den Globus zu erzielen – abhängig davon, wie gut der eigene Twitter-Account gepflegt ist. Zudem ermöglicht Periscope, während der Aufnahme mit Zuschauern zu chatten und in Echtzeit ihre Meinung zu erfahren.

Die App selbst archiviert die gestreamten Videos allerdings nur für 24 Stunden. Portale wie katch.me kopieren den Stream jedoch automatisch und somit ist er auch nach Ablauf der 24 Stunden weiterhin verfügbar. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass Twitter in der Periscope-App aktiviert ist. Zu erkennen ist das an den kleinen Twitter-Vogel im Screenshot. Die technische Handhabung von Periscope. lässt sich übrigens mithilfe vieler guter Tutorials schnell aneignen, etwa auf YouTube.

Verschiedene Portale mit den gleichen Zielen

In der Vergangenheit gab es den einen oder anderen Versuch, eine Plattform für Live-Videos zu aktivieren. Ein Beispiel dafür ist Google Hangout On Air, das im Jahr 2013 startete. Mittlerweile – nach gerade einmal nur vier Jahren – schaltete Google sein Vorzeigetool ab. Zweifellos mitverantwortlich für die kurze Lebensdauer ist das schlanke und smarte Facebook Live, das direkt auf dem Facebook-Account gestartet wird.

Während Facebook in der Lage ist, hohe Reichweiten über nur diesen einen Kanal zu erzielen, ist das bei Periscope allerdings etwas anders. Hier sind dafür immer zwei Kanäle zusammenzufügen – Periscope zum Streamen und katch.me zum Archivierung. Trotzdem sind sowohl Periscope als auch katch.me nach wie vor präsent und beliebt

Eine vergleichsweise junge Plattform in diesem Ensemble ist Snapchat. Diese mobile App versuchte anfangs, ähnlich wie Periscope, ohne eine dauerhafte Archivierung der dorthin gestreamten Clips auszukommen und sich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen. Doch mittlerweile besitzt Snapchat mit „Memories“ ein eigenes Archiv zum Speichern der Clips für längere Zeit.

LiveVideo-Kommunikation als Chance für Unternehmen

Nicht jedes Video-Projekt eignet sich als Live-Stream für ein Unternehmen. So sind etwa ein Imagefilm zum 100jährigen Firmenjubiläum oder der Betriebsausflug zur Weiberfastnacht an den Rhein für eine Videokommunikation eher ungeeignet. Für Live-Präsentationen bestimmter Ereignisse in Konferenzen und von Kongressen dagegen, eignet sich Periscope hervorragend.

In diesem Kontext sorgt die Anbindung an Twitter zudem für eine erhöhte Wahrnehmung der Live-Aktionen bei den Followern. Spontane Kommentare, wie: „Sehe gerade den...“ – „Große Show zur Produkt-Präsentation am Messstand der Firma…“ – „Interessanter Vortrag des Vorstandsvorsitzenden von… in Halle 3“ oder „Ein Kunde fragt, was die entscheidenden Unterschiede zum Konkurrenzprodukt sind“, geben dem Live-Video eine besondere Authentizität und entlocken den Zuschauern zusätzliche Kommentare, positiv oder aber auch negativ. Damit bleibt zudem die Interaktion mit den Zuschauern erhalten.

Praxistipps: 5 goldene Regeln für das perfekte Live-Streaming

#periscope #twitter

Für den Erfolg einer Live-Übertragung müssen alle notwendigen Handgriffe zur Bedienung der Periscope-App perfekt sitzen. Zwei Klicks auf dem Display (siehe Screenshot) – einmal Twitter deaktivieren und das Symbol mit dem Vorhängeschloss aktivieren – genügen, um beispielweise mit nur einem einzigen Partner Periscope erst einmal zu testen oder mit einem Partner die Handgriffe und Eigenschaften zu trainieren.

Sobald Sie die Funktionen und den Umgang mit Periscope sicher beherrschen, prüfen Sie kritisch, wie Sie selber in einer Live-Aufnahme auf andere Personen wirken. Viele Menschen haben eine Scheu vor der Kamera und verhalten sich anders, als ohne Anwesenheit einer Kamera. Meist wirken sie für den Zuschauer dadurch unsicher. Der spürt das und verliert schnell das Interesse an der Live-Übertragung. Neben der Kameraführung hat die Qualität des Tons eine ähnliche Wirkung. Hastige Kameraschwenks, wildes zoomen und zu laute Nebengeräusche vergraulen den Zuschauer, anstatt ihn bei der Stange zu halten. Die folgende Checkliste trägt zu einer erfolgreichen Live-Übertragung bei.

  • Üben Sie Frage-Antwort mit Kolleginnen und Kollegen. Nehmen Sie Sprechproben von sich auf, spielen sie diese anderen vor und fordern Sie sie zur Kritik auf.
  • Achten Sie darauf, nicht zu schnell zu sprechen. Im richtigen Tempo gesprochen, verschlucken Sie keine Silben und reden nicht mehr, als unbedingt notwendig ist.
  • Bereiten Sie sich für Streams von Veranstaltungen gut vor. Dabei hilft es, sich ein Konzept zu erarbeiten, das wie ein Drehbuch alle geplanten Aktionen festschreibt.  Notieren Sie sich Anlaufpunkte, Vorträge und geplante Ereignisse vorher so genau, wie möglich.
  • Schreiben Sie sich alle Fragen auf, die interessieren und notieren Sie, wen Sie welche Fragen stellen.
  • Üben Sie intensiv, Ihre eigene Stimme anzuhören. Die hört sich immer anders an, als man es selber empfindet. Üben Sie vor allem freies sprechen vor der Kamera. Es hilft bereits, sich einfach nur vor einem Spiegel zu stellen und das sprechen zu üben. Achten Sie besonders darauf, dass Ihre Sprachtechnik nicht monoton klingt. Wenn Sie Fragen stellen oder einfach nur reden, darf nicht der Eindruck entstehen, Sie lesen alles von einem Zettel ab.

Wenn Sie diese Regeln beherrschen, werden Ihre Follower von Ihnen begeistert sein.

Die Tücken der Technik kennen

Eine erfolgreiche Live-Übertragung hängt natürlich auch von einer funktionierenden Technik ab. Damit Pannen gar nicht erst passieren, hilft es, die Tücken der Technik zu kennen und für bekannte mögliche Zwischenfälle Vorsorge zu treffen.

So ist beispielsweise die Kapazität des Akkus im Smartphone nur begrenzt. Nicht immer ist ein Anschluss für das Netzteil vorhanden. Meist ist auch das Kabel viel zu kurz, um das Netzteil beim Live-Streaming zu verwenden. Moderne Powerpacks sind heutzutage sehr leistungsfähig und zudem auch noch recht klein, leicht und preiswert. Sie sind als zusätzliche Stromversorgung bestens geeignet. Mindestens ein aufgeladenes Powerpack gehört daher unbedingt zum Zubehör.

Beim Streamen via Periscope ist ein WLAN-Netz vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich. Denn eine Live-Videoübertragung funktioniert heutzutage problemlos auch mobil via LTE – auch in HD-Qualität. Hier kommt es aber trotzdem stark auf den jeweiligen Mobilfunkanbieter an. Denn je nach Provider hat dieser sein LTE-Mobilfunknetz mehr oder weniger gut ausgebaut. Die vorherige Überprüfung, welche Übertragungsmöglichkeiten sich vor Ort nutzen lassen, erspart später eine Menge Frust.

Wie bereits erwähnt, spielt die Qualität des Tons einer Videoübertragung eine große Rolle für die Zuschauer. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Mikrofone, vom kleinen Aufsatz- bis zum langen Richtmikrofon. Kleine Aufsatzmikrofone für die Aufnahme von Sprache mit dem Smartphone kosten nur wenige Euro. Sie erreichen bereits eine gute Aufnahmequalität sowohl für Interviews als auch bei Gesprächen in lauter Umgebung. Solche Mikrofone sind zudem gut zum Aufnehmen von Vorträgen in Sälen geeignet. Darüber hinaus genügt ein einfaches Stativ mit Handyaufsatz, das es ebenfalls schon für wenige Euro zu kaufen gibt.

Bildquelle: Fotolia / Felix Pergande

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