Rückblick Social Media Club München - Storytelling

Romy Fuchs am 24. September 2015
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Storytelling © arlekart.it photography

Der Social Media Club ist in München (#smcmuc) schon eine feste Instanz, wenn es darum geht sich in Sachen Social Media weiterzubilden, neue Ansätze kennenzulernen und natürlich mit anderen zu Netzwerken. Nach der langen Sommerpause riefen die Organisatoren nun zum Thema "Storytelling" alle Interessierten zusammen.Am 21.09.2015 traf man sich daher in den Räumen von Valtech an der Friedensheimer Brücke. Geplant war die Veranstaltung für 70 Personen, aber wie immer war der Andrang größer - Glück dem, der sich frühzeitig eine Karte sichern konnte.

Thema des Abends: Storytelling

Jede Veranstaltung des SMCMUC steht unter einem anderen Thema. Storytelling ist in der heutigen Content-getriebenen Zeit immer wichtiger geworden und daher auch im Social Media Bereich ein Muss.  Was versteht man aber nun genau darunter? Zu deutsch kann man es schlicht als „Geschichten erzählen“ übersetzen. Es ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form einer oder mehrerer Metaphern weitergegeben und durch Zuhören bzw. Lesen aufgenommen wird. Für Unternehmen bedeutet dies, die eigenen Kompetenzen in Geschichten zu verpacken und die Zuhörer an diese zu fesseln. In der Vergangenheit hat jeder so seine eigenen Ideen und Vorstellungen umgesetzt. Mit den Rednern im Social Media Club erhofft man sich als Teilnehmer neue Ansätze kennenzulernen, um diese für sich selbst umsetzen zu können.

Tabea Jost, mynewsdesk

Tabea Jost #smcmucGanz höflich überlies man der einzigen Dame des Abends den Vortritt. Tabea Jost ist Director Marketing & Communications bei mynewsdesk, welche Neuigkeiten für Unternehmen veröffentlicht und diesen auch interessante Themen individuell zusammenstellt. Ihren Schwerpunkt des Vortrages legte sie auf "Multichannel Storytelling".

Die Digitalisierung ist auch aus ihrer Sicht eine Herausforderung für jedes Unternehmen, jedoch auch eine Chance. So stellte sie gleich zu Beginn einige Zahlen vor, die demnächst auch in einem Whitepaper erhältlich sind. Zwar steigen die Investitionen in die digitale Werbung noch immer, dennoch liegen diese in Deutschland nur bei 30%. Da ist deutlich Luft nach oben. Die Zukunft liegt ihrer Meinung nach vor allem in der integrierten Markenführung - Tools und Kanäle müssen zusammengeführt werden und ein ROI muss messbar sein. Viele Unternehmen haben daher die notwendige Synergie zwischen tech-experimentierfreudigen Kommunikatoren und den Managern erkannt, um effektiv, innovativ und effizient arbeiten zu können. Hat man diese Punkte im Unternehmen einmal umgesetzt, steht der Content Erstellung und natürlich damit auch der Veröffentlichung nichts mehr im Weg. An dieser Stelle setzt Storytelling wieder an.

Tabea Jost stellte daher den Teilnehmern eine Frage: Früher haben die meisten von uns Geschichten in der Kindheit vorgelesen oder erzählt bekommen. Warum machen wir das heute nicht mehr? Dabei gibt es soviele Erzählformen, die man auch in der digitalen Welt einsetzen kann - variieren schadet dabei nie:

  • Learning History (Experts)
  • Comio-Stories (kulturelle Werte, typisches Verhalten)
  • Visuelle Produkte (Visuals von schwer Benennbarem)
  • Storyconstruction
  • Sprinboard (mentaler Sprung auf einen Kontext erleichtern)

Vor allem wenn es darum geht eine Marke bekannt zu machen oder Neuigkeiten über eine Marke zu veröffentlichen gibt es ihrer Meinung nach einige Punkte, die es im Storytelling zu beachten gilt:

  • Function before form
  • Story before medium
  • Purpose before time

Wie verbindet man nun aber Storytelling taktisch? Auch hierzu hatte sie einige Erklärungen parat:

  • Story first - Taktik planen
  • Wie ausdrücken? - Content to feed
  • Wie geht's weiter? - Goals by tactic
  • Was ist der Erfolg? - Zeitraum
  • Wie ist es möglich? - Erfolg

Wichtig hierbei ist auch immer die Verknüpfung von Content und der Customer Journey. Daher ist es unabdingbar zu wissen über welchen Kanal man welche Persona erreichen kann und diese Kanäle so zu verknüpfen, dass der Persona die Geschichte näher gebracht werden kann, egal wo sie sich gerade befindet.

Abschließend zeigte sie gutes Storytelling an einigen, leider nicht deutschen, Beispielen auf. Ribena, eine Getränkemarke, die vor allem bei Familien im UK bekannt ist, wollte ihre Zielgruppe erweitern und junge Erwachsene erreichen. Folgendes Video sollte diese ansprechen:

 
Vor allem ihre Versuche, die Teilnehmer in ihre Ideen einzubinden und zu erfragen, wer welche Erfahrungen schon gemacht hat, hat überzeugt und neuen Input fürs Netzwerken geliefert.

Uwe Walter, WalterMedia

Uwe Walter, WalterMediaNummer zwei des Abends war Uwe Walter, gelernter Regisseur und nun mit seinem eigenen Beratungsunternehmen in Sachen Storytelling und Projektmanagement unterwegs.
Eines hat er in den vergangenen Jahren gelernt - es zählen nur die 3 R's für Unternehmen: Ruf, Reichweite, Rendite! Und wie kann man diese erreichen? Mit guten Bildern und vor allem guten Videos. Das diese nicht immer ein professionelles Kamerateam benötigen zeigte er dabei sehr anschaulich auf.

Zu Beginn aber erst noch ein paar Fakten. Allein eine Minute eines Videos entspicht 1.800.000 Wörtern - ein besonders starkes Argument, wenn es um die Art des Content geht. Videos steigern auf jeder Webseite die Verweildauer enorm und im Google Ranking sind sie 8,3x effektiver als reiner Text. Damit ein Video jedoch auch angenommen wird, sind die ersten drei Sekunden ausschlaggebend - egal auf welchem Kanal: Storytelling Twitter #smcmucWelche Punkte gibt es nun zu beachten, wenn es um die Auswahl Bild oder Video geht und wie kann man es noch besser machen?

  1. Foto vs. Video - ganz klar, hier gewinnt das Video, allein wenn man sich oben genannte Fakten nochmals anschaut.
  2. Magic Moments - einfach mal Slomo, Zeitraffer und Filter verwenden, auch diese steigern das Edge Ranking.
  3. Vordergrund macht Bild gesund - Weitwinkel und Telelinsen kann man auch für Smartphones nutzen und dabei neue Eindrücke entstehen lassen.
  4. Ken-Burns-Effekt - die Fahrt in ein Bild macht es zum Erlebnis.
  5. Robert-Copa-Effekt - wenn das Bild nicht gut genug ist, geh näher heran.
  6. Sequenzprinzip - Orientierung, Verbindung, Kernaussage, Ergebnis - ein Video im Walzerschritt anlegen.

Dies sind alles Maßnahmen, die man schlicht und einfach umsetzen und mit denen man schnell einen guten Effekt und vor allem mehr Sichtbarkeit im Netz erzielen kann. Beispiele mit einigen US-amerikanischen Promis haben dies auch bewiesen.

Heimo Tscherne, selbstständiger PR-Berater

Heimo Tscherne, PR-BeraterEr selbst sagt über sich, dass seine größte Leidenschaft das Essen und Trinken sei und hat dies mit seinem Beruf verknüpft. Heimo Tscherne betreut (inter-)nationale Marken aus dem Food & Beverage (F&B) Bereich in Sachen strategische Kommunikation.
Er entwirft für diese Gedankenwelten - also Bilder im Kopf. Die Welt des F&B ist dabei sehr innovationsgetrieben, unterliegt einem großen Wechsel, bedient auch meist Produkte mit Low Interest, hat viele Mitbewerber und Kritiker, ist oft saisonal ausgerichtet und ein starker Werbekunde - kurzum ein schwieriges Feld. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Start Ups eine gemeinsame Geschichte schreiben, ähnliche Werte und Ideen vertreten und auch die gleiche Zielgruppe bedienen. Viele Geschichten sind daher austauschbar. Bestes Beispiel dafür sind diverse Hersteller von Gin - der Toast Hawaii des 21. Jahrhunderts, wie er es so treffend bezeichnet.

Was sind also die Grundlagen einer guten Geschichte? Seiner Meinung nach folgende:

  1. Grund
  2. Helden
  3. Handlung
  4. Emotionen
  5. transmediale Aufbereitung

Diese Punkte findet man in jeder Geschichte wieder. Auf die eigene Geschichte heruntergebrochen heißt dies wie folgt:

  • Der Zeitgeist ist dein Freund. Hervorragends Beispiel Penninger:

  • Sei kein Held. Lass anderen den Vortritt. Ein Beispiel dafür ist die Rügenwalder Mühle. Damit die Welt nicht zu Grunde geht, haben sie die vegetarische Wurst erfunden und zeigen damit auf, wie es auch anders gehen kann.
  • Sei ein Pionier - wenn du es kannst. Ein Beispiel hierfür ist Frosta mit seinem Zutatentracker.
  • Denke nachhaltig. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue – auch für das Noma. Der Gastronom plant, das Spitzenrestaurant in eine Urban Farm zu verwandeln. Rund um das neue Restaurant soll eine Art Bauernhof entstehen.
  • Zeige Emotionen. Wer kennt sie nicht? Die Happiness-Kampagne von Coca-Cola.
  • Nutze alle Kanäle. Hier gab es das Beispiel True Fruits auf Instagram. Mit witzigen Sprüchen auf der Flasche selbst, lässt sich eine Menge Buzz erreichen.

Wundbare Beispiele, die Storytelling nicht besser aufzeigen konnten und den Teilnehmern wieder neuen Input vermittelt haben. Und wer alle Twittermeldungen nachlesen will, der sei auf dieses Storify verwiesen.

Fazit

Es hat sich wieder einmal gelohnt zum Social Media Club München zu pilgern. Die Auswahl der Redner war erst klassig und die Inhalte regten an. Wir freuen uns schon auf mehr.

Bildquelle: Bild 1 - fotolia.de / © arlekart.it photography; Bild 2 & 4 - eigene; Bild 3 - Social Media Club München

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Topics: Content Marketing

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