So vermeiden Sie die schlimmsten Social-Media-Fehler

Francois Benner am 13. April 2017
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Social Media Fehler vermeidenWeil Social Media ein relativ neues Kommunikationsmedium ist, ist das Risiko groß, dass Ihnen bei Ihren Postings hin und wieder Fehler unterlaufen. Insbesondere bei sehr großen Accounts können diese heftige Shitstorms nach sich ziehen. Wir präsentieren Ihnen Beispiele der fiesesten Fails – und zeigen, wie Sie Social-Media-Fehler vermeiden.

Nicht jeder Social-Media-Auftritt entwickelt sich so wie geplant: Das musste zum Beispiel die New Yorker Polizei erfahren. Die Ausgangsidee war, dass Bürger Fotos mit Polizisten hochladen und so zum guten Image des NYPD beitragen. Allerdings hatte die Behörde im Vorfeld nicht bedacht, dass nicht nur nette Fotos hochgeladen werden. So posteten viele Leute statt harmonischer „Freund & Helfer“-Bilder Fotos, die Polizeigewalt und Schikane durch New Yorker Polizisten zeigen. Diesen Bashtag gibt es bis heute.

Konsequenzen zu bedenken ist das eine, Teilnahmebedingungen zu definieren das andere. Das erlebte die Firma Pril: Statt der erhofften neuen Entwürfe für ihre „limitierte Design-Editionen“ schickten die User (sehr zum Missfallen des Unternehmens) Unmengen lustiger Bilder ein. Als Pril dann auch noch die Abstimmungsergebnisse fälschte, um an das gewünschte Bild zu kommen, brach ein Shitstorm aus. 

Noch ein Beispiel: Eigentlich sollte es nur ein einfacher Neujahrsgruß für das Jahr 2016 sein – doch Coca-Cola schaffte es, dass ein Post, der in Russlands beliebtestem Netzwerk WK veröffentlicht wurde, gleich zwei Länder, also Russland und die Ukraine, verärgerte. Denn einmal wurde die 2014 annektierte Krim vergessen und bei der Korrektur wurde sie eingezeichnet, was wiederum ukrainische Kunden auf den Plan rief. Letztlich wurde der Post gelöscht. 

Eine Geschichte zum Schluss, die zeigt, dass lustig gemeinte Posts auf dünnes Eis führen können: Bei den letztjährigen Golden Globes fand MTV Australia es lustig, zu fragen, wo denn die englischen Untertitel bei den Beiträgen von America Ferrera und Eva Longoria seien. Man würde nicht verstehen, was sie sagen. Was vermeintlich witzig sein sollte, ging voll nach hinten los und machte mehrere Entschuldigungen nötig.

So vermeiden Sie Social-Media-Fehler

Dabei ist es ganz einfach, Social-Media-Fehler zu machen: Nicht immer muss unpassender Posting-Content der Grund für den Social-Media-Fail sein. Fehl schlägt Social Media zum Beispiel auch, wenn auf dem von Ihnen gewählten Kanal Ihre Kunden gar nicht anzutreffen sind. Auch im Vorfeld zu niedrig kalkulierte Kosten können ziemlich schnell das Aus oder zumindest einen Besuchereinbruch für Ihre Kanäle zur Folge haben. Wir stellen Ihnen die Social-Media-Fallen vor, in die Sie bestenfalls nicht tappen sollten.

Achten Sie auf das „Social“ in Social Media

Oft ist Social-Media-Verantwortlichen nicht bewusst, dass Social Media dialogbasiert ist. Man sollte darauf verzichten, seinen Auftritt nur für eigene Werbe- und Marketingzwecke einzusetzen. Ständige Posts mit Pressemitteilungen oder mit lustigen Katzenbildern sind fehl am Platz. Ratsam ist ein cleverer Mix aus Inbound-Marketinginstrumenten sowie qualitativ hochwertigem Content und gekonnten SEO-Maßnahmen, die sich gegenseitig unterstützen. Social-Media-Kanäle sind gerade wegen ihrer Dialogstruktur auch für den Kundenservice gut geeignet. Fühlt sich die Zielgruppe erst einmal persönlich angesprochen, wird sie von sich aus beginnen, zu kommentieren, zu sharen und zu liken. Nutzen Sie auch das wertvolle Feedback, das Sie hier kostenlos von Ihren potenziellen Kunden erhalten. Reagieren Sie wertschätzend auf solche Posts.

Nicht ohne Konzept!

Sie sollten von vorherein klären, was Sie mit Ihrem Social-Media-Auftritt erreichen möchten. Für jedes Netzwerk benötigen Sie eine Strategie und einen Redaktionsplan. Diese Leitfäden und Strukturen sind wichtig, damit Inhalte vorhanden sind, wenn sie gebraucht werden. Auf manchen Plattformen reicht ein Post pro Tag oder nur einige pro Woche. Bei anderen Netzwerken sollten Sie täglich mehrmals präsent sein, wie zum Beispiel auf Twitter, da dies ein Echtzeit-Kanal ist. Posts sind nämlich nur für eine bestimmte Zeit zu sehen.

Haben Sie Ihre Zielgruppen immer im Blick

Vor allem möchten Ihre Follower und Fans unterhalten werden. Seien Sie einfallsreich, authentisch und persönlich. Denn das ist das, was Ihre Zielgruppe aus Ihrer Presseinformation nicht erfährt – die Infos hinter den Kulissen. Nur Postings, die berühren, werden geliked und geteilt. Wichtige Fragen dabei: Was interessiert Ihre Zielgruppe? Welchen Mehrwert bietet dieser Post? Sie können auch gerne fremde Inhalte posten, denn das zeigt Ihre Expertise und dass Sie sich bestens in Ihrem Metier auskennen.

Konzentrieren Sie sich auf zwei oder maximal drei Kanäle

Gerade zu Anfang ist es schwer, viele Kanäle regelmäßig mit gutem Content zu versorgen. Deshalb sollten Sie sich nur auf wenige Kanäle konzentrieren – zu Beginn vielleicht nur auf einen Publikumskanal und einen Business-Kanal wie XING oder LinkedIn. Die Entscheidung für die richtige Plattform treffen Sie, indem Sie herausfinden, wo sich Ihre Zielgruppe befindet, und Sie Ihre Ziele für das Social Media Marketing klar definieren.

Auch wenn es Automations-Tools gibt – setzen Sie auf Handarbeit

Es wäre natürlich komfortabel, wenn Sie ein und dasselbe Posting für alle Kanäle nutzen könnten. Leider funktioniert dies nicht. Denn jedes Netzwerk hat unterschiedliche Kriterien, die es zu beachten gilt. Während bei Facebook zwei bis drei Sätze optimal sind, ist bei Twitter nach 140 Zeichen bekanntlich Schluss. Aber es geht nicht nur um die Länge der Posts: Auch die Ansprache (zum Beispiel das Siezen auf XING und das Duzen auf Facebook) und die Inhalte unterscheiden sich von Plattform zu Plattform. Nehmen Sie sich also für jeden Post genügend Zeit!

Fazit

Es gibt jede Menge Dinge, die Sie bei Ihrem Auftritt in den sozialen Medien falsch machen können, wie Sie an den vorgestellten Beispielen sehen. Am besten lernen Sie aus den Fehlern der Anderen, indem Sie folgende Fragen klären: Wen wollen Sie erreichen? Auf welchen Kanälen befindet sich Ihre Zielgruppe? Wie können Sie diese mit welchen relevanten Inhalten am besten erreichen? Und auch dann können Ihnen noch Social-Media-Fehler unterlaufen. Weil es um den Austausch von Individuen geht, kann es immer zu einem Fauxpas kommen. Das gehört zu Social Media einfach dazu. Bester Tipp: Lernen Sie aus Ihren Fehlern und wiederholen Sie sie nicht!

Headerbild: Fotolia / 4zevar  

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Topics: Content Marketing, Social Media, Markenkommunikation

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