Twitterchat: Was ist das genau? Und wie profitieren Unternehmen davon?

Kerstin Kitzmann am 13. Oktober 2015
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Twitterchat: Was ist das und wie kann ein Unternehmen diesen gezielt nutzenEin Twitterchat zum Thema Content Marketing und ob ich daran teilnehmen möchte? Ja, ich will. Angesprochen wurde ich öffentlich über Twitter. Persönliche Einladung_zum_TwitterchatEin Volltreffer auf der ganzen Linie für den Veranstalter Meltwater. Denn das Thema passt perfekt. Und durch das direkte Ansprechen über den Twitterstream war meine Aufmerksamkeit auf jeden Fall garantiert.

 

Der #Hashtag: Restringierter Code und Köder

 

Bei einem Twitterchat oder Twittertalk wird ein Thema öffentlich mit anderen Twitterern diskutiert. Das geheime Zeichen, das alle Diskutierenden zum Thema verbindet, ist meist ein Begriff, dem ein Hashtag „#“ vorangestellt wird. In der aktuellen Diskussion stehen derzeit z.B. #refugeeswelcome oder #fluechtlinge. Aktuelles zur Frankfurter Buchmesse lässt sich unter #fbm15 finden. Der VW-Konzern wurde mit dem originellen #VomWindeVWt beglückt. Und jeden Sonntag trifft sich abends in #Schland die Twittergemeinde zum gemeinsamen #Tatort –Ablästern.

Die Bandbreite der Themen ist riesig. Die angesagtesten Themen werden auf Twitter in der linken Spalte unter dem Profil angezeigt. Die Anzeige lässt sich regional anpassen und auch individualisieren. Folgt man Accounts wie z.B. @TrendingGermany oder @TrendieDE, dann werden die Trendthemen direkt in die Timeline gespielt. 

Twitter für die Contentstrategie nutzen

Twitterchat für die Contentstrategie nutzenÖffentliche Diskussionen bieten sich jedoch nicht nur für allgemeine Themen, Messen, Events und Interviews an. Auch Unternehmen können Twitter im Rahmen des Social Media Marketings für ihre Contentstrategie und damit verbundene Ziele nutzen, wie z.B.

  • Für das Unternehmen relevante Themen besetzen (Agendasetting)
  • Bestehende Content-Strategie erweitern
  • Die Aufmerksamkeit von Influencern gewinnen
  • Mit Influencern in Kontakt kommen
  • Über teilnehmende Twitterer die Community ausbauen
  • Beziehungen aufbauen und stärken
  • Engagement-Rate steigern
  • Kunden mit Twitter gewinnen
  • ….

Bevor man also blauäugig erst einmal irgendwie startet und im Dienste des Unternehmens auch vor #catcontent nicht zurückschreckt, ist es hilfreich, sich selbst etwas Zeit einzuräumen, um sich zunächst mit der Plattform und ihren Eigenheiten etwas vertraut zu machen. Und erst danach sorgfältig zu recherchieren und festzulegen, welche Ziele das Unternehmen mit dem Twitterchat erreichen will und ob diese mit einem Twittertalk in der Unternehmenskommunikation überhaupt erreicht werden können.

Ziele und KPIs definieren, Ergebnisse messen

Wie sollen diese Ziele in die Twitter- und Contentstrategie eingebunden werden und wie soll nach der Aktion der Erfolg gemessen werden? Dazu ist auch zu klären, was häufig vergessen wird, wann der Erfolg überhaupt als Erfolg zu verbuchen ist.

Als Kennzahlen (KPIs) eignen sich z.B.

  • Anzahl der Teilnehmer
  • Followerzuwachs auf Twitter
  • Trend im Community-Wachstum
  • Links auf eine verbundene Landingpage/Blog
  • Hashtag-Erwähnungen und #Aufrufe

 

#twitter #twittertalk #twitterchatBei einer öffentlichen Diskussion, an der im Prinzip jeder Twitterer teilnehmen kann, spielt der Hashtag eine besondere Rolle. Denn unter dem mit der Raute versehenen #Hashtag kann jeder mitdiskutieren und die Posts lassen sich darüber verfolgen und zuordnen. Deshalb zuvor mit der Twittersuche testen, oben der gewünschte Hashtag noch frei ist. Tweetreports bietet eine, wenn auch sehr amerikanisch angehauchte Übersicht zu den Twitter Chats an. Dabei sind auch viele Marketing- und Social-Media-Themen. Einfach mal reinschauen und vielleicht auch selbst mal einem Chat teilnehmen.

Rahmenbedingungen für einen Twitterchat setzen

Wer einen Chat plant, der sollte vorab einige Rahmenbedingungen schaffen, damit es bei den vielen zu erwartenden Tweets kein Riesendurcheinander gibt. Denn wenn nur fünf Twitterer diskutieren, und jeder fünf Antworten zu fünf Fragestellungen gibt, dann kann es schnell unübersichtlich werden.

Formale Rahmenbedingungen schaffen Ordnung:

  • Zeit festlegen:
    z.B. Gesamtzeit eine Stunde und max fünf Fragen.
    Pro Beantwortung max 10 Minuten.
  • Festlegung von Regeln, wie Fragen und Antworten gekennzeichnet sein sollen:
    z.B. Fragen #F1, #F2, #F3 … und die jeweiligen Antworten #A1, #A2, #A3…

Meltwater hat das sehr gut und strukturiert gelöst. Allerdings haben die Teilnehmer nicht immer mitgehalten. Für einen guten Überblick und die verschiedenen Fragen und Positionen zu Content Marketing habe ich die Diskussion vom 3. Oktober in einem Storify zusammengefasst.

Mit Storify lässt sich das Ganze gut kuratieren und auch für einen späteren Zugriff speichern. Das ist empfehlenswert, da später die Diskussion nicht mehr abrufbar sein wird. Eine Alternative, für die sich Meltwater entschieden hat, wäre ein Blogbeitrag, der dann möglichst zeitnah erscheinen sollte. Dieser lässt sich wieder wunderbar twittern und damit nochmal das Thema in den Sozialen Medien platzieren.

Für alle Newbies, die an einem Twittertalk teilnehmen möchten, hier noch einige wertvolle Tipps:

Zur Vorbereitung den Hashtag in der Twittersuche einspeichern. Dann bekommt man die Diskussion gleich separiert angezeigt. Im Browser muss man dazu ständig den Bildschirm aktualisieren. Und je nach Anzahl der Teilnehmer kann dies sehr schnell unübersichtlich werden.
Hilfreich ist die Einrichtung über Hootsuite. Hier lassen sich nach dem oben genannten Muster der Hashtag "#..." in Verbindung mit den Fragen/Antworten #F1..., #A1...  in verschiedenen Spalten übersichtlich darstellen und leichter verfolgen. 

Wie ihr einen Twittertalk plant und was alles dabei zu beachten ist erfahrt ihr im 2. Teil des Blogposts, der am 29. Oktober erscheinen wird.

Also: Keep in Touch und schaut wieder vorbei.

Bilder: Fotolia 64065660, Alex White, Fotolia 74421457

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Topics: Content Marketing, Social Media

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