„Time may change me, but I can’t change time“ - Veränderung von Technologie und Wirtschaft heute

Norbert Diedrich am 14. Januar 2016
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Veraenderung Technologie WirtschaftStimmt, im Original bei David Bowie’s „Change“ heißt es „can’t trace time“ aber das habe ich erst später durch das Internet erfahren. Und so gefällt es mir besser. 'Change' ist der Begriff, den ich nachfolgend gerne in den Mittelpunkt stellen möchte. Wie stellt sich Veränderung von Technologie und Wirtschaft heute dar und warum betrifft das Unternehmen jeder Größe?

Was vergeht schneller: Zeit oder Veränderung?

Vor fünf Jahren fand sich in fast jeder guten Vortragspräsentation zum Thema Zukunft/Prognose die Jahreszahl 2020. Und das obwohl das Smartphone damals, zwei-drei Jahre nach Marktreife gerade anfing, Marketing und Medien gründlich durcheinander zu würfeln. Das hätte hinsichtlich der Voraussehbarkeit der Tragweite technischer Entwicklungen misstrauisch machen können, hat es aber nicht. Nokia war beispielsweise auch nicht misstrauisch.

Man könnte glauben, viele Menschen seien der Meinung, die umwälzendsten Veränderungen des modernen Menschen hätten schon vorher stattgefunden. Die Generationen des 20. Jahrhunderts haben zum Teil innerhalb einer Lebensspanne die Anfänge des Automobils, des Telefons, der Elektrizität bis hin zum Beginn des Internets miterlebt. Für viele gilt das bis heute als die dynamischste Zeit der Menschheit – zumindest in den Industrieländern. Doch war das wirklich so schnell? Haben die Veränderungen eigentlich nicht schon viel früher eingesetzt, etwa mit dem Beginn der Industrialisierung Europas? Wurde da nicht die Basis der technischen Entwicklung des 20. Jhr. gelegt? Wenn ja, dann würde sich die Zeitspanne der genannten Veränderung sogleich mehr als verdoppelt haben. To be continued.

Wir laufen den Veränderungen hinterher...

These: Veränderungen in diesen Dimensionen werden nicht nur noch schneller kommen, sie werden auch noch viel weniger vorhersehbar sein. Und das möchte ich an folgendem Chart aus einer Rede von John Bruggeman (CEO, Traxpay) aus 2015 festmachen.

Veraenderung

Gegenstand sind die Unternehmen der „Fortune 500“. Die Grafik beschreibt, wie viele dieser Unternehmen zwei bisherige Zeitspannen in dieser Kategorie überdauert haben. Auf dieser Basis prognostizierte die Harvard Business School 2014 eine dritte Zeitspanne.

Von 1945 bis 1990 blieben 70 Prozent der Unternehmen in den „Fortune 500“. Innerhalb der nächsten, um 20 Jahre kürzeren Spanne, blieben nur noch 30 Prozent der Unternehmen in den „Fortune 500“. Und in 2025 sollen der Studie zufolge nur noch 8 Prozent der Unternehmen übrig sein, die wir heute darin kennen!

Resultat: Viele der kommenden Markt-, Branchen- oder Technologieführer kennen wir heute noch gar nicht – und können sie auch noch gar nicht am Horizont ausmachen! Was sind dann Prognosen à la „In 2020 werden“ noch wert? These: nicht viel – bei allem Respekt.

... die Fragen sind: wer läuft schneller und was hat man davon?

Wie konnte das passieren? Bruggeman macht den disruptiven Charakter von Veränderungen in so ziemlich allen Wirtschaftsbereichen als einen wesentlichen Treiber aus. Oh Gott, schon wieder so ein Buzzword: disruptiv!

Drei Beispiele sollen diese These von Bruggeman untermauern.

  1. Airbnb – das 2008 gegründete Unternehmen ist heute der wahrscheinlich weltweit größte Anbieter in der Hotelbranche. Dabei besitzt Airbnb kein einziges Hotel.
  2. Uber – gegründet 2009 ist wahrscheinlich weltweit das größte „Taxi“-Unternehmen. Und das, obwohl u.a. in Deutschland, China und weiten teilen Australiens verboten. Dabei besitzt Uber kein einziges „Taxi“.
  3. Fintech (Financial Technology), und Blockchain verändern seit ca. 2 Jahren das Bankgeschäft weltweit so grundsätzlich, dass uns z. B. in Sachen digitaler Zahlungsverkehr plötzlich ganze Kontinente wie Südamerika mit einem Mal überholt haben.

Solche Unternehmen nicht nur geradezu explosiv Märkte verändert, sie haben sogar das Angebot vom Besitz getrennt. Wer viel von etwas besitzt, ist nicht automatisch der potenziell größte Anbieter. Beide Unternehmen haben lediglich das Internet genutzt, um den besitz anderer zur Verfügung zu stellen. Das Modell Airbnb reicht dabei sogar bis in Fragen der Bevölkerungsstruktur von Großstädten wie etwa Berlin und Hamburg herein. Manches deutet auf die Möglichkeit hin, das ganze Stadtviertel durch Airbnb-Wohnungen geradezu „entvölkert“ werden.

Und was hat das mit KMUs zu tun?

Nun ja, es scheint, als ob die Quelle der disruptiven Veränderungen die Technologie des Internets ist. Sich dem Internet gar verweigern oder nicht wenigstens den Anschluss des eigenen Unternehmens halten, schneidet einen von vielen Ideen und Anregungen ab.

Das Internet als Parallelwelt oder für einen selbst nur als wenig relevanten Teil der Entwicklung von globalen bis hin zu lokalen Auswirkungen zu sehen, könnte ein Killerargument für jedes neue und bestehende Businessmodell sein.

Um das zu ermessen, sollte man als Unternehmen verstehen lernen, wie man mit der Dynamik des Webs arbeiten kann. Eine klassische Full Service Werbe-Agentur kann das schon lange nicht mehr leisten! Es ist Aufgabe von Unternehmen wie uns, bei der Arbeit mit und im Internet zu helfen – technische Anwendung, Kommunikation, Content, immer ein Auge auf Entwicklungen richten, die vielleicht erst später in Artikeln von Fachmagazinen auftauchen. Das ist keine Abwertung der Schreibenden Zunft! Man KANN nicht immer alles sehen und wissen.

Suchen Sie sich Dienstleister, die sowohl den Start ermöglichen, als auch große Unternehmen betreuen. Aber der erste Schritt liegt bei Ihnen! Was wollen Sie wissen? Wo wollen Sie anfangen? Wo wollen Sie auf bisheriges aufbauen und wachsen? „Time may change me, but I can’t change time“.

Headerbild: Fotolia / stockpics

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