Warum der digitale Wandel einen neuen Managementstil erfordert

Achim B. C. Karpf am 30. Mai 2018
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VOPA+ und MitarbeiterführungFacebook-Erfinder Mark Zuckerberg, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Larry Page und Sergey Brin von Alphabet (sprich: Google): Wer sich zum ersten Mal mit dem Begriff „Digital Leadership“ beschäftigt, dem fallen spontan die erfolgreichen Gründer aus dem Silicon Valley ein. Mit Erfindergeist, Mut zum Risiko und kundenzentriertem Denken haben sie einige der größten Unternehmen der Welt aufgebaut – und sie stehen für einen neuen Führungsstil.

Digital Leadership, auch im Mittelstand?

In Wirtschaftskreisen gehört „Digital Leadership“ derzeit zu den meistdiskutierten Schlagworten. Aber was bedeutet es eigentlich, ein Digital Leader zu sein? Welche Aufgaben fallen einem Digital Leader zu? Welche Eigenschaften muss er mitbringen? Unser Whitepaper „Digital Leadership – Führen im digitalen Zeitalter“ versucht, auf diese Fragen erste Antworten zu geben.

Eins ist klar: Digital Leader wird man nicht, indem man den Führungsstil von Mark Zuckerberg oder Jeff Bezos kopiert. So bewundernswert diese Visionäre sind, nicht jedes Unternehmen lässt sich von heute auf morgen umkrempeln, noch ist das wirklich nötig. Zum Beispiel gibt es in Deutschland 1700 „Hidden Champions“, meist mittelständische Unternehmen, die in ihrer Nische Weltmarktführer sind. Für sie geht es nicht darum, sich neu zu erfinden, sondern die Chancen zu nutzen, die die Digitalisierung bietet: neue Geschäftsfelder aufzubauen, weitere Absatzkanäle zu erschließen, Prozesse zu optimieren. 

Disruptive Geschäftsmodelle in Zeiten des stetigen Wandels

Allerdings sorgt die Digitalisierung in vielen Branchen auch für Unruhe. Disruptive Geschäftsmodelle zerstören bestehende Märkte, Wertschöpfungsketten organisieren sich neu, die Innovationszyklen beschleunigen sich. Um diese Marktsituation zu beschreiben, spricht man von VUCA. Das ist ein Akronym und steht für „Volatility, Uncertainty, Complexity and Ambiguity“. Es handelt sich also um eine Wirtschaft in ständigem Wandel, die unsicher, vielschichtig und schwer zu durchschauen ist.

Um Unternehmen in dieser Situation erfolgreich zu führen, müssen Digital Leader bestimmte Eigenschaften mitbringen: zum Beispiel ein Interesse an Zukunftstechnologien, Offenheit für Neues oder eine konstruktive Fehlerkultur. Aber auch klassische Führungsqualitäten wie Entscheidungskraft, strategisches Denken oder Verantwortungsbewusstsein haben nach wie vor Bestand.

VOPA+ und Mitarbeiterführung

Besonders schwierig gestaltet sich in der Digitalisierung die Mitarbeiterführung. Gerade in Zeiten des Wandels müssen Führungskräfte ihren Mitarbeitern ein Gefühl der Sicherheit geben und eine Vision für die Zukunft des Unternehmens vermitteln. Gerade weil die VUCA-Welt unübersichtlich und komplex ist, sind Führungskräfte mehr denn je auf ihre Mitarbeiter und ihre Kreativität angewiesen.

Um den geeigneten Führungsstil in dieser Situation zu beschreiben, hat der Digitalexperte Wilhelm Buhse das Akronym VOPA+ geprägt. Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität zusammen, das Plus steht für Vertrauen. Auf die Führung der Mitarbeiter übertragen bedeutet VOPA+: Der Digital Leader vertraut seinen Mitarbeitern und ihren Stärken, er fördert Eigeninitiative und interdisziplinäres Arbeiten, er arbeitet in Netzwerken und mit flachen Hierarchien und lässt seine Mitarbeiter mitentscheiden. Nur so entsteht eine Firmenkultur, in der innovative Ideen gedeihen und Unternehmen schnell und agil auf Veränderungen reagieren.

Eine besondere Hearusforderung: Die Traditionsunternehmen

Schwierig ist so ein Führungsstil vor allem in Traditionsunternehmen, in denen diese neue Unternehmenskultur noch nicht Einzug gehalten hat. Hier gehört es zu den Aufgaben eines Digital Leaders, die Firmenkultur langsam zu verändern und seine Mitarbeiter dabei mitzunehmen. Das gilt insbesondere für die, die der digitalen Transformation skeptisch gegenüber stehen und Neuerungen blockieren – sei es, weil sie Angst haben, ihre Pfründe verteidigen oder das Potenzial des digitalen Wandels nicht erkennen.

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Headerbild: AdobeStock © Egor



Topics: Digitale Transformation, Digitalisierung, Industrie 4.0, Change Management

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